Zum Hauptinhalt springen

«Der Iran hat den Holocaust nie geleugnet»

Auf Twitter distanzierte sich der iranische Aussenminister von Ex-Präsident Mahmoud Ahmadinejad – nicht die ersten ungewohnt versöhnlichen Töne aus Teheran.

Auch er wünschte den Juden ein «frohes neues Jahr»: Der Aussenminister des Iran, Mohammed Jawad Sarif. (Archivbild)
Auch er wünschte den Juden ein «frohes neues Jahr»: Der Aussenminister des Iran, Mohammed Jawad Sarif. (Archivbild)
Keystone

Der neue iranische Aussenminister Mohammed Jawad Sarif hat sich von der Leugnung des Holocausts durch den früheren Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad distanziert. Das sei nur dessen persönliche Meinung gewesen, deutete Sarif im Kurzmitteilungsdienst Twitter an.

«Der Iran hat das nie geleugnet. Der Mann, der das tat, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr.» Später wurde der Eintrag leicht geändert: «Der Mann, dem nachgesagt wurde, dass er das leugnet, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr.» Sarif verurteilte auch die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden im Zweiten Weltkrieg. «Wir verurteilen das von den Nazis verübte Massaker an den Juden, und wir verurteilen das von den Zionisten verübte Massaker an den Palästinensern», hiess es heute auf der Facebook-Seite des iranischen Chefdiplomaten. Dort veröffentlichte er ein Interview mit dem Nachrichtenportal Tasnim.

«Ein gesegnetes neues Jahr»

Nach einem Austausch über den Holocaust im Internetportal Twitter befragt, sagte Sarif demnach, er habe auf die Frage einer Nutzerin geantwortet, die sich als die Tochter der obersten Demokratin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, ausgegeben habe. Er hatte dort den Juden zum Neujahrstag gratuliert, und Christine Pelosi antwortete: «Vielen Dank, das neue Jahr wäre noch besser, wenn Sie die Leugnung des Holocausts durch den Iran beenden würden, Sir.»

Die Antwort Sarifs erscheint als Teil einer Offensive der iranischen Regierung unter dem als moderat bezeichneten neuen Präsidenten Hassan Rohani, die Beziehungen zum Westen und zu Israel zu verbessern. Zuvor war schon von einem halboffiziellen Twitter-Konto unter Rohanis Namen «allen Juden» ein gesegnetes neues Jahr gewünscht worden. Der Iran und Israel stehen sich ansonsten unversöhnlich gegenüber. Ahmadinejads Nachfolger Hassan Rohani ist seit Juni im Amt. Er liess seither eine vorsichtige Abkehr von der konfrontativen Politik seines Vorgängers erkennen.

sda/AFP/ajk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch