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«... das macht einen US-Militärschlag wahrscheinlich»

Nach dem Angriff Israels gegen das Assad-Regime droht noch ein Vergeltungsschlag der USA. Kommt es zu einer Eskalation in Syrien? Dazu Nahost-Experte Günter Meyer.

Vincenzo Capodici
Russland macht Israel für Angriff verantwortlich: Putin mit Dmitri Medwedew in Moskau am 8. April 2018.
Russland macht Israel für Angriff verantwortlich: Putin mit Dmitri Medwedew in Moskau am 8. April 2018.
Alexander Nemenov, AFP
Gerüchte in den sozialen Medien, dass es sich bei dem Raketenbeschuss auf die Militärbasis in Homs um einen US-Angriff handeln könnte, wurden vom Pentagon dementiert.
Gerüchte in den sozialen Medien, dass es sich bei dem Raketenbeschuss auf die Militärbasis in Homs um einen US-Angriff handeln könnte, wurden vom Pentagon dementiert.
Olivier Douliery, AFP
Nach den USA hat auch Frankreich erklärt, nicht für den Angriff auf einen syrischen Militärflughafen verantwortlich zu sein.
Nach den USA hat auch Frankreich erklärt, nicht für den Angriff auf einen syrischen Militärflughafen verantwortlich zu sein.
Ludovic Marin, Keystone
Soldaten der syrischen Armee im Osten Dumas.
Soldaten der syrischen Armee im Osten Dumas.
Str, AFP
Die Offensive zur Rückgewinnung von Ost-Ghuta führt durch Ost-Duma.
Die Offensive zur Rückgewinnung von Ost-Ghuta führt durch Ost-Duma.
Str, AFP
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Der syrische Luftwaffenstützpunkt Tiyas (T-4) in der Provinz Homs ist letzte Nacht von mehreren Raketen getroffen worden, wobei 14 regierungstreue Kämpfer getötet wurden. Syrien und Russland machen Israel für die Attacke verantwortlich. Ist das glaubwürdig?

Nur Israel und die USA sind in der Lage, einen solchen Angriff durchzuführen. Nachdem die US-Regierung den Angriff bestritten hat, kommt nur die israelische Luftwaffe dafür infrage. Die Angaben der russischen Regierung, dass zwei israelische F-15-Kampfflugzeuge die Raketen über dem Libanon abgefeuert haben, ohne in den syrischen Luftraum einzudringen, erklären die anfängliche Unsicherheit bei der Zuordnung des Angriffs.

Israels Angriff auf den syrischen Militärflughafen T-4 erfolgte zwei Tage nach einem mutmasslichen Giftgasangriff auf die letzte Bastion der Rebellen in Ostghouta. Warum hat Israel dieses Ziel angegriffen? Und warum gerade jetzt?

Der Grund für den Angriff ist in der wichtigen strategischen Bedeutung des T-4-Militärflughafens zu sehen. Nach einem früheren Angriff der israelischen Luftwaffe im vergangenen Februar war auf dem Rückweg ein israelischer F-16-Kampfjet abgeschossen worden. Entscheidend für den jetzigen Angriff war die wenige Stunden zuvor geäusserte Drohung von US-Präsident Donald Trump, dass Russland, der Iran und das «Tier» Assad einen «hohen Preis» für den Chemiewaffeneinsatz in Douma zahlen würden. Der jetzige Zeitpunkt erschien der Militärführung in Israel offenbar als optimal, um zumindest in der westlichen Welt Verständnis für einen solchen Angriff auf die T-4-Basis zu finden.

Wird sich Israel noch stärker in den Syrien-Krieg verstricken?

Der Angriff auf Tiyas ist für die weitere Kriegsentwicklung kaum von Bedeutung. Das ist nur ein weiteres Beispiel für die inzwischen mehr als 100 Angriffe, die von Israels Streitkräften in den letzten Jahren auf syrischem Gebiet durchgeführt worden sind.

Bilder: Chlorgasangriff in Syrien

Die syrische Hauptstadt Damaskus soll nach dem Abzug der letzten IS-Kämpfer wieder vollständig sicher sein. Bereits vor einigen Wochen zogen Al-Kaida-Mitglieder aus der Stadt ab (30. April 2018).
Die syrische Hauptstadt Damaskus soll nach dem Abzug der letzten IS-Kämpfer wieder vollständig sicher sein. Bereits vor einigen Wochen zogen Al-Kaida-Mitglieder aus der Stadt ab (30. April 2018).
SANA via AP, Keystone
Zehn Tage nach einem mutmasslichen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma ist dort nach Angaben syrischer Staatsmedien ein internationales Expertenteam eingetroffen. Ein Tunnel in Duma, das von Kämpfern der Rebellen benutzt wurde. (17. April 2018)
Zehn Tage nach einem mutmasslichen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma ist dort nach Angaben syrischer Staatsmedien ein internationales Expertenteam eingetroffen. Ein Tunnel in Duma, das von Kämpfern der Rebellen benutzt wurde. (17. April 2018)
AFP
Die Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) erreichten am Dienstag die einstige Rebellenbastion in Ost-Ghuta bei Damaskus. Unter Ost-Ghuta besteht ein ganzes Labyrinth von Tunnels.
Die Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) erreichten am Dienstag die einstige Rebellenbastion in Ost-Ghuta bei Damaskus. Unter Ost-Ghuta besteht ein ganzes Labyrinth von Tunnels.
AFP
Die Stadt Duma, in der sich am 7. April der mutmassliche Giftgasangriff ereignete, ist laut der französischen Regierung «vollkommen unter Kontrolle der russischen und syrischen Armee».
Die Stadt Duma, in der sich am 7. April der mutmassliche Giftgasangriff ereignete, ist laut der französischen Regierung «vollkommen unter Kontrolle der russischen und syrischen Armee».
AFP
Die syrische Regierung und ihre Verbündeten Russland und Iran werfen dem Westen dagegen vor, ohne eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe gehandelt zu haben.
Die syrische Regierung und ihre Verbündeten Russland und Iran werfen dem Westen dagegen vor, ohne eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe gehandelt zu haben.
AFP
Die Stadt im Nordosten von Damaskus war die letzte Bastion der Rebellen in der Region Ost-Ghuta.
Die Stadt im Nordosten von Damaskus war die letzte Bastion der Rebellen in der Region Ost-Ghuta.
AFP
Einen Tag nach dem mutmasslichen Giftgasangriff in Duma sagte die Rebellengruppe Dschaisch al-Islam (Armee des Islams) zu, ihre Kämpfer aus der Stadt abzuziehen.
Einen Tag nach dem mutmasslichen Giftgasangriff in Duma sagte die Rebellengruppe Dschaisch al-Islam (Armee des Islams) zu, ihre Kämpfer aus der Stadt abzuziehen.
AFP
Zuvor waren bereits andere Gruppen unter dem Druck der Regierungstruppen abgezogen.
Zuvor waren bereits andere Gruppen unter dem Druck der Regierungstruppen abgezogen.
AFP
Auch die Stadt Dumair rund 50 Kilometer östlich von Damaskus soll geräumt werden. Rund tausend Kämpfer sollen  in die nordsyrische Stadt Dscharabulus abziehen.
Auch die Stadt Dumair rund 50 Kilometer östlich von Damaskus soll geräumt werden. Rund tausend Kämpfer sollen in die nordsyrische Stadt Dscharabulus abziehen.
AFP
In Dumair galt seit 2016 ein «Versöhnungsabkommen», das eine Waffenruhe zwischen Regierung und Rebellen umfasste.
In Dumair galt seit 2016 ein «Versöhnungsabkommen», das eine Waffenruhe zwischen Regierung und Rebellen umfasste.
AFP
«Will mit allen sprechen»: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (15. April 2018)
«Will mit allen sprechen»: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (15. April 2018)
François Guillot, AFP
Das syrische Forschungslabor in Barzeh unweit von Damaskus liegt nach dem Militärschlag der Westmächte in Trümmern.
Das syrische Forschungslabor in Barzeh unweit von Damaskus liegt nach dem Militärschlag der Westmächte in Trümmern.
Hassan Ammar, Keystone
Ruft die Parteien im Syrien-Konflikt zur Deeskalation auf: Aussenminister Ignazio Cassis.
Ruft die Parteien im Syrien-Konflikt zur Deeskalation auf: Aussenminister Ignazio Cassis.
Valentin Flauraud), Keystone
«Mission Accomplished»: US-Präsident Trump ist zufrieden mit dem Militärschlag.
«Mission Accomplished»: US-Präsident Trump ist zufrieden mit dem Militärschlag.
Mandel Ngan, AFP
Aussenminister Jean-Yves Le Drian sprach am Samstag nach den Angriffen in Paris.
Aussenminister Jean-Yves Le Drian sprach am Samstag nach den Angriffen in Paris.
EPA/POOL/Michel Euler, Keystone
Der Kreml verurteilt die Angriffe in Syrien auf das Schärfste.
Der Kreml verurteilt die Angriffe in Syrien auf das Schärfste.
Alexander Zemlianichenko/EPA, Keystone
Ein Flugabwehrrakete erleuchteten den Himmel über Damaskus: Die USA, Frankreich und Grossbritannien haben in der Nacht auf Samstag Syrien angegriffen.
Ein Flugabwehrrakete erleuchteten den Himmel über Damaskus: Die USA, Frankreich und Grossbritannien haben in der Nacht auf Samstag Syrien angegriffen.
Hassan Ammar/AP, Keystone
In der syrischen Hauptstadt Damaskus kam es zu Sympathiebekundung mit der Regierung.
In der syrischen Hauptstadt Damaskus kam es zu Sympathiebekundung mit der Regierung.
Louai Beshara, AFP
Es waren Explosionen am Stadtrand von Damaskus zu hören.
Es waren Explosionen am Stadtrand von Damaskus zu hören.
AFP PHOTO / HO / SYRIAN GOVERNMENT'S CENTRAL MILIT, Keystone
Der Militäreinsatz der Westmächte in Syrien ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums generell ein Schlag gegen die Infrastruktur der chemischen Waffenproduktion des Landes gewesen.
Der Militäreinsatz der Westmächte in Syrien ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums generell ein Schlag gegen die Infrastruktur der chemischen Waffenproduktion des Landes gewesen.
STRINGER, AFP
US-Verteidigungsminister Jim Mattis (l.) und Joseph Dunford, Generalstabschef des US-Militärs informieren im Pentagon. (14. April 2018)
US-Verteidigungsminister Jim Mattis (l.) und Joseph Dunford, Generalstabschef des US-Militärs informieren im Pentagon. (14. April 2018)
Alex Wong, AFP
Der Angriff der USA, Grossbritanniens und Frankreichs gegen mutmassliche Giftgaseinrichtungen in Syrien wird von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstützt.
Der Angriff der USA, Grossbritanniens und Frankreichs gegen mutmassliche Giftgaseinrichtungen in Syrien wird von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstützt.
Olivier Matthys, Keystone
Regierungstruppen sollen Chemiewaffen in der letzten Rebellenhochburg in Ostghouta eingesetzt haben.
Regierungstruppen sollen Chemiewaffen in der letzten Rebellenhochburg in Ostghouta eingesetzt haben.
Happige Vorwürfe aus Moskau Richtung London: Die britische Premierministerin Theresa May.
Happige Vorwürfe aus Moskau Richtung London: Die britische Premierministerin Theresa May.
Neil Hall, Keystone
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel – hier mit Finanzminister Olaf Scholz – spricht sich deutlich gegen eine militärische Intervention in Syrien aus.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel – hier mit Finanzminister Olaf Scholz – spricht sich deutlich gegen eine militärische Intervention in Syrien aus.
Clemens Bilan/EPA
Theresa May hat britische U-Boote Richtung Syrien beordert. Die Flotte soll bis am Donnerstag für einen Militärschlag bereit sein.
Theresa May hat britische U-Boote Richtung Syrien beordert. Die Flotte soll bis am Donnerstag für einen Militärschlag bereit sein.
Daniel Leal-Olivas, AFP
Der Zerstörer USS Donald Cook ist laut Angaben des amerikanischen Militärs von Zypern aus zur syrischen Küste aufgebrochen.
Der Zerstörer USS Donald Cook ist laut Angaben des amerikanischen Militärs von Zypern aus zur syrischen Küste aufgebrochen.
Keystone
US-Präsident Donald Trump hat einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt.
US-Präsident Donald Trump hat einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt.
Mark Wilson/Getty
Raketen können zu Störungen von Navigationsgeräten führen: Rauch steigt aus einer Stadt in Syrien auf. (Archivbild)
Raketen können zu Störungen von Navigationsgeräten führen: Rauch steigt aus einer Stadt in Syrien auf. (Archivbild)
Lefteris Pitarakis, Keystone
Die Entscheidung über einen Angriff in Syrien will Macron «in den nächsten Tagen» bekannt geben.
Die Entscheidung über einen Angriff in Syrien will Macron «in den nächsten Tagen» bekannt geben.
Ludovic Marin, AFP
Trump kündigte eine baldige Reaktion auf den mutmasslichen Giftgasangriff in Syrien an und schloss eine militärische Option nicht aus.
Trump kündigte eine baldige Reaktion auf den mutmasslichen Giftgasangriff in Syrien an und schloss eine militärische Option nicht aus.
Jim Lo Scalzo/EPA, Keystone
Macron und Trump wollen gemeinsam eine Antwort auf den Giftgasangriff in Syrien finden: Kinder mit Sauerstoffmaske. (8. April 2018)
Macron und Trump wollen gemeinsam eine Antwort auf den Giftgasangriff in Syrien finden: Kinder mit Sauerstoffmaske. (8. April 2018)
Syrian Civil Defense White Helmets, Keystone
Bei dem Angriff mit Chlorgas wurden am Samstagabend fast 50 Menschen getötet und hunderte verletzt.
Bei dem Angriff mit Chlorgas wurden am Samstagabend fast 50 Menschen getötet und hunderte verletzt.
Human Rights Watch hat syrischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten schwere Vorwürfe im Umgang mit Zivilisten in Afrin gemacht.
Human Rights Watch hat syrischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten schwere Vorwürfe im Umgang mit Zivilisten in Afrin gemacht.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Die türkische Armee hatte vor gut zwei Wochen die Region Afrin im Nordwesten Syriens unter ihre Kontrolle gebracht.
Die türkische Armee hatte vor gut zwei Wochen die Region Afrin im Nordwesten Syriens unter ihre Kontrolle gebracht.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Das kurdische Gebiet wurde zuvor von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert.
Das kurdische Gebiet wurde zuvor von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Menschen, die aus der von der türkischen Armee eingenommenen Stadt Afrin fliehen wollten, sei der Fluchtweg versperrt worden. Dies teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Sonntag mit.
Menschen, die aus der von der türkischen Armee eingenommenen Stadt Afrin fliehen wollten, sei der Fluchtweg versperrt worden. Dies teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Sonntag mit.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Verbündete der türkischen Armee hätten zudem Eigentum von Zivilisten geplündert oder zerstört.
Verbündete der türkischen Armee hätten zudem Eigentum von Zivilisten geplündert oder zerstört.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Die humanitären Zustände seien für alle Menschen, die vor den Kämpfen in Afrin geflohen seien, bereits akut, sagte die stellvertretende Nahost-Direktorin von HRW, Lama Fakih.
Die humanitären Zustände seien für alle Menschen, die vor den Kämpfen in Afrin geflohen seien, bereits akut, sagte die stellvertretende Nahost-Direktorin von HRW, Lama Fakih.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Diejenigen, denen Zugang zu Regierungsgebieten verweigert und deren Eigentum geplündert werde, seien besonders schutzlos.
Diejenigen, denen Zugang zu Regierungsgebieten verweigert und deren Eigentum geplündert werde, seien besonders schutzlos.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
Die Menschenrechtsorganisation berichtete, dass Zivilisten an Strassensperren aufgefordert worden seien, umgerechnet bis zu 1000 US-Dollar zu zahlen, um in Gebiete zu gelangen, die unter Kontrolle der syrischen Regierung stehen.
Die Menschenrechtsorganisation berichtete, dass Zivilisten an Strassensperren aufgefordert worden seien, umgerechnet bis zu 1000 US-Dollar zu zahlen, um in Gebiete zu gelangen, die unter Kontrolle der syrischen Regierung stehen.
Lefteris Pitarakis/AP, Keystone
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Nach dem mutmasslichen Giftgasangriff in Douma erwägt US-Präsident Trump eine Vergeltungsaktion. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass die USA wie schon vor einem Jahr tatsächlich Syrien angreifen?

Trump hat – wie auch der französische Präsident Emmanuel Macron – den Einsatz von Chemiewaffen durch die Assad-Regierung als rote Linie für einen Vergeltungsschlag angekündigt. In den USA ist der öffentliche Druck auf Trump sehr gross, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Auf der anderen Seite wächst die Skepsis in einigen Ländern, gerade auch in Deutschland. Insbesondere in der Berichterstattung des ZDF wird darauf hingewiesen, dass es sich bei der Chlorgas-Attacke in Douma um einen «Angriff unter falscher Flagge» handeln könnte.

Was halten Sie von dieser These?

Alles deutet darauf hin, dass das Giftgas von den Jihadisten der «Armee des Islam» (Jaysh al-Islam) eingesetzt wurde, um dafür die Assad-Truppen verantwortlich zu machen und so den USA und Frankreich einen Grund zum militärischen Eingreifen zu geben. Warum sollten die Regierungstruppen ausgerechnet in Douma, das unmittelbar vor der Eroberung steht, Giftgas einsetzen? Das widerspricht jeder Logik. Die einfache Frage, wem ein solcher Angriff nützt, macht deutlich, dass nur die Assad-Gegner davon profitieren können.

US-Präsident Trump macht das Assad-Regime für den Chemiewaffeneinsatz verantwortlich.

Die russische Regierung hatte seit Wochen vor einem Chemiewaffeneinsatz «unter falscher Flagge» als Vorwand für einen US-Angriff auf militärische Einrichtungen in Syrien gewarnt. Es ist offen, ob Trump seinen bisherigen Kurs unbeirrt fortsetzt – oder ob sich tatsächlich der gesunde Menschenverstand durchsetzt. Die Geschütze, die gegenwärtig im UNO-Sicherheitsrat von US-Seite gegen Russland und die syrische Regierung aufgefahren werden, machen einen Militärschlag wahrscheinlich.

Wie würde Russland auf US-Angriffe gegen Syrien reagieren?

Moskau hat mit Vergeltungsschlägen gegen die USA gedroht, wenn solche Angriffe stattfinden und dabei russische Berater getötet werden. Dies gilt besonders, wenn das syrische Verteidigungsministerium in Damaskus, wo viele russische Militärangehörige tätig sind, durch Marschflugkörper angegriffen wird. Der Tod russischer Soldaten durch US-Militärschläge würde eine direkte militärische Konfrontation zwischen Russland und den USA bedeuten. Das würde zu einer massiven Eskalation des Stellvertreterkriegs in Syrien mit völlig ungewissem Ausgang führen.

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