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Boko Haram stürmt Dörfer – 48 Tote

Erneut gibt es Horrormeldungen aus Nigeria: Kämpfer der radikalislamischen Sekte Boko Haram überfielen drei Dörfer und töteten Dutzende Menschen.

In der nigerianischen Stadt Jos ereigneten sich erst kürzlich zwei Explosionen. (20. Mai 2014)
In der nigerianischen Stadt Jos ereigneten sich erst kürzlich zwei Explosionen. (20. Mai 2014)
AFP
Die Stadt war schon vor einigen Jahren das Ziel von Anschlägen: Ein ausgebranntes Auto am Ort des Attentats in Jos. (20. Mai 2014)
Die Stadt war schon vor einigen Jahren das Ziel von Anschlägen: Ein ausgebranntes Auto am Ort des Attentats in Jos. (20. Mai 2014)
AFP
Nach der Explosion: Dunkle Rauchwolken über dem Markt in Jos, Nigeria (20. Mai 2014).
Nach der Explosion: Dunkle Rauchwolken über dem Markt in Jos, Nigeria (20. Mai 2014).
Storyful/@_SoftGlass
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Nur kurz nach den verheerenden Bombenanschlägen in der Stadt Jos wird Nigeria von neuen Schreckensmeldungen erschüttert. Mitglieder der islamistischen Sekte Boko Haram griffen drei Dörfer an und ermordeten 48 Menschen. Eine der Ortschaften befindet sich in der Nähe der Stadt Chibok, wo Boko Haram im vergangenen Monat mehr als 300 Schulmädchen entführt hatte.

Damit verloren innerhalb von weniger als 24 Stunden mehr als 160 Menschen durch Angriffe und Anschläge in dem afrikanischen Land ihr Leben.

«Wir sahen unser Dorf in Flammen aufgehen»

Apagu Maidaga aus dem Dorf Alagarno berichtete, einige Bewohner hätten sich im Busch versteckt. Von dort mussten sie ansehen, wie die Kämpfer ihre Lehmhüten niederbrannten. «Wir sahen unser Dorf in Flammen aufgehen, während wir uns im Busch versteckten und auf den Sonnenaufgang warteten. Wir haben alles verloren», sagte er der Nachrichtenagentur Associated Press per Telefon.

Bergungskräfte suchten in den Trümmern des vor kurzem durch Bomben zerstörten Marktes und des Busbahnhofs in Jos nach weiteren Opfern. Offiziell wurden bislang 118 Tote bestätigt. «Wir befürchten, dass wir noch weitere Leichen in den Trümmern finden», sagte jedoch der Koordinator der Notfallhilfe, Mohammed Abdulsalam. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder, die auf dem Markt verkauft hätten. Zudem werden noch mehr als 60 Verletzte in Krankenhäusern behandelt.

Boko Harams Handschrift

Zu den Bluttaten in Jos bekannte sich bislang niemand, doch trugen sie die Handschrift der berüchtigten Boko Haram. Im April hatten zwei getrennte Anschläge an einem Busbahnhof der Hauptstadt Abuja mehr als 120 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Vor wenigen Tagen hatte eine Autobombe in der nordnigerianischen Stadt Kano 25 Menschen in den Tod gerissen. Für beide Attacken war Boko Haram verantwortlich. Zudem hält die Extremistengruppe immer noch mehr als 270 der entführten Schulmädchen als Geiseln.

Präsident Goodluck Jonathan sprach den Opfern und Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus und versicherte den Bürgern, dass die Regierung weiter mit vollem Engagement daran arbeite, den Krieg gegen den Terrorismus zu gewinnen. Davon lasse sie sich auch nicht «durch die Grausamkeiten der Feinde des menschlichen Fortschritts und der Zivilisation abbringen», erklärte er.

Regierung wird der Gewalt nicht Herr

In Jos hatte es bereits 2010 einmal einen Bombenanschlag mit 80 Toten gegeben, der Boko Haram zugeschrieben wurde. Die Stadt liegt im Zentrum zwischen dem islamischen Norden und dem überwiegend christlichen Süden Nigerias. Etwa die Hälfte der 170 Millionen Nigerianer sind Christen. Boko Haram kämpft seit Jahren für einen islamistischen Gottesstaat im Norden.

Die Regierung wird der Terrorgruppe, die das Land systematisch mit Gewalt überzieht, nicht Herr. Allein in diesem Jahr wurden schon mehr als 2000 Menschen getötet. In den Jahren 2010 bis 2013 waren es insgesamt etwa 3600.

(SDA)

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