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Attentäter tötet mindestens 15 Menschen im Zentrum von Damaskus

In einem belebten Quartier der syrischen Hauptstadt Damaskus hat sich ein Attentäter in einem Auto in die Luft gesprengt. Mindestens 15 Menschen starben, mehr als 50 wurden verletzt.

Mehrere Autos wurden bis zur Unkenntlichkeit beschädigt: Chaos im Zentrum von Damaskus.
Mehrere Autos wurden bis zur Unkenntlichkeit beschädigt: Chaos im Zentrum von Damaskus.
AFP

Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 seien verletzt worden, berichtete das Staatsfernsehen am Montag. Der Attentäter zündete seine Autobombe in einem belebten Wohn- und Geschäftsviertel unweit des Sabaa-Bahrat-Platzes, wo sich einer der grössten Kreisverkehre der Stadt befindet, sagte ein syrischer Regierungsbeamter. In der Nähe sind die Zentralbank des Landes, das Finanzministerium, eine Moschee und eine Schule angesiedelt.

Augenzeugen sagten, der Attentäter sei auf das Gebäude eines staatlichen Investment-Unternehmens zugefahren. Als ihm Sicherheitskräfte die Zufahrt versperrten, zündete er demnach vorzeitig seine Bombe. Das syrische Staatsfernsehen sprach von einem Terroranschlag. Es zeigte Bilder von aufsteigendem schwarzen Rauch und brennenden Autos. Mehrere Leichen waren zu sehen. Rettungskräfte waren im Einsatz.

Zuletzt gab es Ende Februar einen schweren Bombenanschlag in Damaskus. Bei der Explosion einer Autobombe vor dem Sitz der regierenden Baath Partei kamen damals 53 Menschen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt.

UNO untersucht Chemiewaffen-Einsatz

Unterdessen bereiten sich die Vereinten Nationen auf die Prüfung von Berichten über den angeblichen Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg vor. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte im niederländischen Den Haag, die Inspekteure könnten binnen 24 Stunden beginnen, die Vorwürfe zu prüfen. Allerdings verhandle die UN noch immer mit der Regierung von Präsident Baschar al-Assad über technische und rechtliche Fragen und warte auf die Einreiseerlaubnis, sagte Ban. Berichten über den Einsatz von chemischen Waffen sollte «ohne Verzögerung, bedingungslos und ohne Ausnahmen zu machen» nachgegangen werden.

Sowohl die syrische Regierung als auch die Opposition hatten kürzlich eine UNO-Untersuchung beantragt. Sie beschuldigen sich gegenseitig, für einen angeblichen Chemiewaffeneinsatz in der nördlichen Provinz Aleppo verantwortlich zu sein.

Laut UNO-Schätzungen sind in dem Aufstand gegen das Regime von Staatspräsident Assad insgesamt mindestens 70'000 Menschen getötet worden, Millionen Syrer befinden sich auf der Flucht. Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation wurden seit dem Beginn des Aufstands im März 2011 fast 9000 Regierungssoldaten getötet. Das in Syrien ansässige Gewalt-Dokumentationszentrum berichtete, es seien 8785 Angehörige der Streitkräfte gestorben. Die Zählung basiert demnach auf Angaben der Regierung und der Rebellen.

AFP/AP/wid

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