Zum Hauptinhalt springen

Atomgespräche gehen in die Verlängerung

Atomstreit mit dem Iran: Die Verhandlungspartner verlängern die selbst gesetzte Frist der Atomgespräche um mindestens einen Tag. Zwischen der 5+1-Gruppe und dem Iran bestehen noch mehrere schwierige Themen.

Beweist in den Verhandlungen Ausdauer: Der Chef der iranischen Atomenergie-Behörde, Ali Akbar Salehi, verlässt mit Begleitern den Sitzungsraum in Lausanne. (31. März 2015)
Beweist in den Verhandlungen Ausdauer: Der Chef der iranischen Atomenergie-Behörde, Ali Akbar Salehi, verlässt mit Begleitern den Sitzungsraum in Lausanne. (31. März 2015)
Brendan Smialowski, Reuters

Die Atomgespräche mit dem Iran gehen in die Verlängerung. Es seien genügend Fortschritte erzielt worden, um eine Fortsetzung bis Mittwoch zu rechtfertigen, sagte US-Aussenministeriumssprecherin Marie Harf wenige Stunden vor dem Ablauf der ursprünglich gesetzten Frist in Lausanne. Es gebe jedoch weiterhin «mehrere schwierige Themen».

Zuvor hatte der französische Aussenminister Laurent Fabius gesagt, die Gespräche machten Fortschritte, seien aber «lang, kompliziert und schwierig – ich fürchte, wir verbringen dort die Nacht».

Aus deutschen Diplomatenkreisen verlautete, es habe «den ganzen Tag über schwierigste Verhandlungen der Minister über die entscheidenden Fragen» gegeben. Die Stimmung sei «wechselhaft», es gebe ein «hartes Ringen um eine machbare, für beide Seiten akzeptable Lösung». Es sei «weiter offen, ob das gelingt».

Iraner schauen nicht auf die Uhr

Das iranische Delegationsmitglied Hamid Baidnedschad sagte, die Verhandlungen würden dann enden, «wenn Lösungen gefunden sind». Seine Delegation sei «bereit, weiterzumachen. Wir schauen nicht auf die Uhr.»

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow traf am Nachmittag erneut in Lausanne ein. Am Vortag war er von den Verhandlungen nach Moskau zurückgeflogen, hatte seine Rückkehr jedoch für den Fall angekündigt, dass es «realistische Chancen» für eine Einigung gebe. Chinas Aussenminster Wang Li reiste aus Lausanne ab.

Die Frist zur Vereinbarung einer politischen Grundsatzvereinbarung sollte eigentlich um Mitternacht ablaufen. Die 5+1-Gruppe und Teheran verhandeln seit Tagen im schweizerischen Lausanne, um eine Lösung im Streit um das iranische Atomprogramm zu finden. US-Aussenminister John Kerry hatte am Montagabend gesagt, es gebe «noch immer schwierige Punkte».

Vollständiges Abkommen bis Ende Juni angestrebt

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland bemühen sich seit Jahren um eine Einigung mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Ziel ist es, dem Land die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, es aber an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Im Gegenzug sollen Strafmassnahmen gegen Teheran aufgehoben werden. Beide Seiten streben an, nach der politischen Grundsatzvereinbarung bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt technischen Einzelheiten abzuschliessen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu äusserte derweil erneut seine Besorgnis angesichts eines möglichen Atomabkommens mit dem Iran. Der Versuch Teherans, sich Atomwaffen zu beschaffen, sei die grösste Bedrohung für die Sicherheit und die Zukunft Israels, sagt er in einer Rede im Parlament. Die Einigung, die in Lausanne erarbeitet werde, ebne den Weg zu diesem Ziel.

SDA/pst

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch