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Assad wittert eine arabische Verschwörung

Der syrische Machthaber beschuldigt die Arabische Liga in seinem ersten offiziellen Interview, sie habe einen Vorwand konstruiert, damit der Westen in seinem Land hart durchgreifen kann.

Bleibt ruhig und sachlich: Assad im Interview (Screenshot: «Sunday Times»)
Bleibt ruhig und sachlich: Assad im Interview (Screenshot: «Sunday Times»)

Die Situation erinnert ein bisschen an die Ereignisse in Libyen. Während das Regime von Muammar al-Ghadhafi sein Volk niederknüppeln liess, gab der mittlerweile festgenommene Sohn Saif al-Islam auf CNN seelenruhig Interviews. Nun hat auch Syriens Machthaber seinen Auftritt in einem westlichen Medium: In einem Video-Interview der «Sunday Times» verteidigt er sein Vorgehen. Äusserlich unterscheidet sich Assad allerdings von Ghadhafis Sohn. Man könnte Assad für einen jungen Business-Man halten, schreibt das britische Sonntagsblatt in Anspielung auf seinen Auftritt in Anzug und Krawatte.

Der 46-Jährige spricht in ruhigem, sanften Ton. Er hält am militärischen Durchgreifen gegen Regierungskritiker fest. Er empfinde «Schmerz und Kummer» angesichts des Blutvergiessens, die Lösung sei aber die Zerschlagung der dafür weitgehend verantwortlichen Militanten, sagte er. Rund 800 Sicherheitskräfte seien in dem seit acht Monaten anhaltenden Aufstand bislang getötet worden, erklärt Assad. Die Niederschlagung der Proteste hat jedoch nach UN-Angaben seit Mitte März rund 3500 Menschen das Leben gekostet.

Assad will «bewaffnete Gangs» jagen

Als Präsident sei er nicht an den Worten zu messen, sondern an den Taten, sagt Assad weiter. «Ich muss über die Schritte nachdenken, wie man weiteres Blutvergiessen verhindern kann. Der einzige Weg ist es, die bewaffneten Leute zu suchen, die bewaffneten Gangs zu jagen.» Zudem müsse er verhindern, dass Waffen aus dem Ausland den Weg nach Syrien finden würden.

Harte Worte findet Assad zudem für den Entscheid der arabischen Staaten, Syrien aus der Arabischen Liga auszuschliessen. «Das Ziel der Initiative war es, der internationalen Gemeinschaft eine Entschuldigung zu liefern, sich in mein Land einzumischen.» Man habe zeigen wollen, dass es ein Problem zwischen den Arabern gebe. Eine militärische Intervention, sagt Assad, werde aber zu einem Erdbeben führen, dass den ganzen Nahen Osten erschüttern werde. «Syrien wird sich nicht beugen und wird sich dem Druck widersetzen.» Trotzdem verspricht er Wahlen im Februar oder März: «Wir werden zuerst ein neues Parlament haben, dann eine neue Regierung.»

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