Zum Hauptinhalt springen

Assad verliert Armeebasis an Rebellen

Syrische Rebellen der Nusra-Front haben im Nordwesten des Landes einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt eingenommen. Assads Armee reagierte mit Luftangriffen, konnte die Islamisten jedoch nicht vertreiben.

Auf dem Vormarsch: Nusra-Front-Rebellen begutachten den eroberten Militärstützpunkt. (27. April 2015)
Auf dem Vormarsch: Nusra-Front-Rebellen begutachten den eroberten Militärstützpunkt. (27. April 2015)
Ammar Abdullah, Reuters

Syrische Islamisten haben nach eigenen Angaben und nach Angaben von Aktivisten einen strategisch wichtigen Stützpunkt der Armee in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes eingenommen.

Den Rebellen seien dabei Armeepanzer und schwere Artillerie in die Hände gefallen, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Ein Selbstmordattentäter des Al-Kaida-Ablegers Nusra-Front habe einen mit zwei Tonnen Sprengstoff beladenen Wagen an einem Eingang der Armeebasis Al-Karmid zur Explosion gebracht und damit den Kämpfern Zugang verschafft, teilte ein Rebellenführer per Skype mit.

Luftangriffe auf Rebellen

In syrischen Staatsmedien war von heftigen Kämpfen mit Luftangriffen auf die Rebellen in der Region die Rede, allerdings nicht vom Fall des Stützpunktes.

Rebellen auf dem Vormarsch: Ein Rebell der Nusra-Front dokumentiert, wie er den Stützpunkt vorfindet. Video: Youtube / Faylaq Al-Sham (26. April 2015)

Bei Angriffen der syrischen Luftwaffe in der Provinz Idlib wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle am Sonntag 73 Menschen getötet. Allein in der Stadt Darkusch nahe der türkischen Grenze gab es demnach 53 Tote, darunter neun Frauen und acht Kinder, als ein Markt bombardiert wurde.

Die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte stützt sich auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Rebellen rücken vor

Die in der Fatah-Armee zusammengeschlossenen Kämpfer der Al-Nusra-Front und anderer Rebellengruppen haben die Truppen von Präsident Baschar al-Assad in den vergangenen Wochen im Nordwesten weiter zurückgedrängt.

Erst am Samstag hatten sie nach Tagen heftiger Gefechte die Stadt Dischr Al-Schughur eingenommen, die an der Verbindungsstrasse von Latakia an der Küste zur zweitgrössten Stadt Aleppo liegt. Latakia ist die Heimat und eine Hochburg von Präsident Assad. Bekannt ist Dischr Al-Schughur für eine Rebellion gegen Assads Vater Hafes 1980. Der Aufstand wurde niedergeschlagen.

In Syrien tobt seit 2011 ein Bürgerkrieg, bei dem mehr als 200'000 Menschen getötet wurden. Millionen sind auf der Flucht.

SDA/pst

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch