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Armee und Rebellen vereinbaren Waffenruhe für belagerte Stadt

Das seit einem Jahr von syrischen Regierungstruppen umzingelte Moadamijet al-Scham kann dringend benötigte Hilfslieferungen erhalten. Der Gemeinderat will sich für die gewährte Waffenruhe erkenntlich zeigen.

Hier gehen die Kämpfe weiter: Mitglieder der Freien Syrischen Armee vor lokal hergestellten Raketen hinter der Frontline in der Altstadt Aleppos. (25. Dezember 2013)
Hier gehen die Kämpfe weiter: Mitglieder der Freien Syrischen Armee vor lokal hergestellten Raketen hinter der Frontline in der Altstadt Aleppos. (25. Dezember 2013)
Reuters

In Syrien haben Regierungstruppen und Rebellen eine Waffenruhe für die seit einem Jahr belagerte Stadt Moadamijet al-Scham vereinbart. So sollen dringend benötigte Hilfslieferungen ermöglicht werden, wie ein Vertreter des oppositionellen Gemeinderats, Abu Malek, am Mittwoch sagte.

Schon am Mittwoch wurde Moadamijet al-Scham den Angaben zufolge zum ersten Mal seit Monaten nicht beschossen, die ersten Lebensmittellieferungen sollen die Stadt am Donnerstag erreichen.

Die Bevölkerung habe sich bereit erklärt, «als Geste des guten Willens» auf den Wassertürmen der Stadt drei Tage lang die syrische Flagge zu hissen, sagte Malek. Seinen Angaben zufolge haben die Rebellen versprochen, ihre «schweren Waffen» abzugeben. Die Soldaten von Machthaber Baschar al-Assad würden die Stadt aber nicht betreten.

Ziel von Chemiewaffen-Angriffen

Syrische Regierungskreise bestätigten die Waffenruhe. Die Armee müsse die Stadt jedoch betreten, um sicherzustellen, dass die Rebellen alle Waffen abgegeben hätten, hiess es in Damaskus.

Moadamijet al-Scham liegt in der Nähe des Nasseh-Flughafens, nur gut zehn Kilometer von Damaskus entfernt. Die Stadt wird seit rund einem Jahr von der syrischen Armee belagert und zählte im August zu den Zielen von Chemiewaffen-Angriffen.

Menschenrechtsorganisationen hatten wiederholt auf die alarmierenden Zustände in der Stadt aufmerksam gemacht, in der es einen chronischen Mangel an Lebensmitteln und zahlreiche unterernährte Kinder gebe. Im Oktober wurden rund 3800 Zivilisten aus Moadamijet al-Scham in Sicherheit gebracht.

Aktivisten: Mehr als 400 Tote im Norden

Bei einer Offensive von Regierungstruppen im Norden Syriens sind in den vergangenen Tagen mehr als 400 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien mindestens 117 Kinder, teilte das der Opposition nahe stehende Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte am Mittwoch mit. Seine Organisation habe die Opfer über einen Zeitraum von elf Tagen gezählt, erklärte Rami Abdul Rahman, der Leiter des Beobachtungszentrums.

Eingesetzt wurden bei dem Dauerbeschuss in der Gegend um die Grossstadt Aleppo demnach auch umstrittene Fassbomben, die bei geringer Treffgenauigkeit eine gewaltige Zerstörungskraft entfalten. Sie sind mit Spreng- und Treibstoff gefüllt.

Für Ende Januar ist eine internationale Friedenskonferenz zur Lösung des Syrien-Konflikts geplant. Dort sollen unter anderem die syrische Opposition und Regierung miteinander verhandeln.

SDA/rub

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