Amnesty wirft USA und Frankreich Kriegsverbrechen vor

Die Menschenrechtsorganisation fordert eine unabhängige Untersuchung. Sie verdächtigt die Anti-IS-Koalition, beim Kampf um Raqqa Völkerrecht missachtet zu haben.

Ein US-Soldat steht in der Nähe von syrischen Kindern auf einer Strasse, die nach Raqqa, führt. (Juli 2017)

Ein US-Soldat steht in der Nähe von syrischen Kindern auf einer Strasse, die nach Raqqa, führt. (Juli 2017) Bild: Hussein Malla/Keystone

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Amnesty International wirft den USA, Frankreich und Grossbritannien vor, bei Angriffen auf die syrische Stadt Raqqa 2017 Hunderte Menschen getötet und Tausende verletzt zu haben. Amnesty-Mitarbeiter hätten vor Ort im Februar 2018 mit 112 Zeugen und Überlebenden gesprochen, teilte die Menschenrechtsorganisation anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts über die Angriffe auf die damalige IS-Hochburg mit.

Die Stadt war lange ein Zentrum der islamistischen Terrormiliz IS. Zwischen dem 6. Juni und dem 12. Oktober 2017 habe die von den USA angeführte Anti-IS-Allianz Zehntausende Luftangriffe auf Raqqa geflogen, mehr als 90 Prozent davon habe die US-Luftwaffe übernommen. Die IS-Kämpfer zogen sich dann aus der Stadt zurück.

Weil die Angriffe als Kriegsverbrechen eingestuft werden könnten, forderte Amnesty die drei westlichen Uno-Sicherheitsratsmitglieder auf, eine umfassende und unabhängige Untersuchung zu ermöglichen sowie den Weg für die Zahlung von Wiedergutmachung für Überlebende frei zu machen.

Vor allem den USA wirft die Organisation vor, keine präzisen Waffen, sondern Geschosse mit einem Streuradius von mehr als 100 Metern eingesetzt zu haben. Deshalb habe es sehr viele zivile Opfer gegeben. (nag/sda)

Erstellt: 05.06.2018, 15:50 Uhr

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