Algerien soll Tausende Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt haben

Die Nordafrikaner weisen die Vorwürfe der Menschenrechtsverletzungen zurück. Der EU sind juristisch die Hände gebunden.

13’000 Flüchtlinge ohne Wasser und Essen: Algerien soll Menschenrechtsverletzungen begangen haben. (Video: Tamedia/AP)

Wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Augenzeugenberichte schreibt, soll Algerien in den letzten 14 Monaten rund 13'000 Flüchtlinge ohne Wasser und Nahrung in der Wüste Sahara – bei Temperaturen von bis zu 48 Grad – ausgesetzt haben.

Unter den Flüchtlingen, die in den Niger abgeschoben werden sollten, sollen auch schwangere Frauen gewesen sein. Die AP sprach nach eigener Aussage mit mehreren Müttern, die auf dem Weg Fehlgeburten erlitten.

Ein EU-Sprecher sagte gegenüber der AP, der EU sei bekannt, was Algerien tue. Man könnte jedoch rechtlich nichts dagegen unternehmen, da es sich bei Algerien um einen souveränen Staat handle. Laut der «Internationalen Organisation für Migration» (IOM) sollen 11'276 Menschen den Marsch überlebt haben.

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AP weist Algerien die Vorwürfe zurück. Die IOM warf dem Land Menschenrechtsverletzungen vor. Das Land nannte dies eine «böswillige Kampagne», mit der Nachbarn gegeneinander ausgespielt werden sollten.

nag

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