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«Al-Assad hat langfristig ein extremes Problem»

Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan geht Bashar al-Assad brutal gegen die Opposition vor. Der Nahost-Experte Ulrich Tilgner sagt im Redaktion Tamedia-Interview, wie er die Lage in Syrien einschätzt.

Herr Tilgner, Syriens Präsident Bashar al-Assad ist am Wochenende wieder mit tödlicher Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen. Seit Beginn der Unruhen sind 1500 Menschen getötet worden, Tausende werden vermisst. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Al-Assad hat langfristig ein extremes Problem. Er kann die Menschen in den sunnitischen Gebieten nicht mehr beruhigen. Die Proteste reichen mittlerweile sogar bis in die Vorstädte von Damaskus. Wenn die Proteste Damaskus erreichen, neigt sich das Regime seinem Ende zu, das hat al-Assad bisher verhindern können. Er hat noch Rückhalt in Teilen der Bevölkerung, zum Beispiel bei den Christen, die in ihm die schützende Hand sehen und mit den Baathisten gut zusammenarbeiten können. Das sind Momente, die für al-Assad sprechen, aber langfristig wird er dem Druck der Bevölkerung nicht standhalten können.

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