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Afghanische Grossoffensive gegen den Hakkani-Clan

Die Nato und afghanische Sicherheitskräfte haben in Ostafghanistan hunderte Aufständische getötet oder gefangen genommen. Das Militärbündnis bekämpft dabei ein erstarktes Terrornetzwerk.

Vermehrt bei Kriegseinsätzen der Nato beteiligt: Afghanische Truppen bei Kabul.
Vermehrt bei Kriegseinsätzen der Nato beteiligt: Afghanische Truppen bei Kabul.
Keystone

Bei zwei Militäroffensiven im Osten Afghanistans sind laut Schätzung der Nato etwa 200 Aufständische ums Leben gekommen oder gefangen genommen worden. Wie das Militärbündnis heute mitteilte, wurden die zwei etwa einwöchigen Einsätze von afghanischen Sicherheitskräften geleitet und von Nato-Soldaten unterstützt.

Der Nato zufolge konzentrierten sich Operationen auf angrenzende und südöstlich der Hauptstadt Kabul gelegene Provinzen. Mindestens 20 der getöteten Kämpfer gehörten demnach dem Hakkani-Netzwerk an, wie der ISAF-Sprecher Brigadegeneral Carsten Jacobsen mitteilte. Die Operationen seien abgeschlossen, aber das Bündnis gehe weiter gegen die Aufständischen in der Region vor.

Auf Grenzprovinzen konzentrieren

Ziel eines Luftangriffes mit zahlreichen Toten am Sonntag war eine schwer bewaffnete Gruppe von Hakkani-Kämpfern in der Provinz Paktia im Bezirk Wusa Dschadran, wo das Netzwerk besonders aktiv ist. Die Streitkräfte stellten den Angaben zufolge mehr als 400 Kilogramm Sprengstoff sowie Waffen, Munition und Computer sicher.

Die ISAF fliegt verstärkt Einsätze im Osten Afghanistans entlang der pakistanischen Grenze. Die USA werfen Pakistan vor, Extremisten der al-Qaida und des Hakkani-Netzwerkes Zuflucht zu gewähren und fordern von Islamabad mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus.

Die Hauptoperationsgebiete

«Die Hakkanis sind nicht nur eine terroristische Organisation, sondern ein Familienklan und ein verbrecherisches Netzwerk», sagte ISAF-Sprecher Jacobsen. Das Netzwerk versuche ihre Kontrolle über Ostafghanistan auszubauen, um den Zugang zur Hauptstadt Kabul zu sichern. Das Hakkani-Netzwerk wurde für die verheerenden Anschläge in Kabul im September verantwortlich gemacht.

«Die Wurzeln der Hakkanis liegen in der Provinz Paktika, sie operieren auf beiden Seiten der Grenze», sagte Jacobsen. Ihr Geschäft sei der Drogenschmuggel, Mord und Aufstand. Neben Paktia, Paktika gehört auch die benachbarte Provinz Chost zu ihrem Hauptoperationsgebiet.

dapd/wid

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