UNO-Experten: Syrien ist für Giftgasangriff verantwortlich

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat nach einem Bericht für den UNO-Sicherheitsrat im April das Nervengas Sarin gegen die oppositionelle Stadt Khan Shaykhun eingesetzt.

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Die Bilder der Giftgasattacke auf Khan Shaykhun gingen um die Welt. Der Angriff löste einen Vergeltungsschlag der USA auf das syrische Militär aus. Nun heisst es auch offiziell: Syrien trägt die Schuld für den Tod von 90 Menschen.

Experten von den Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben die syrische Regierung für einen Angriff mit dem Nervengas Sarin am 4. April verantwortlich gemacht. Der Bericht stützt die ersten Ergebnisse der USA, Frankreichs und Grossbritanniens, denen zufolge ein syrisches Flugzeug eine Bombe mit Sarin auf die Stadt Khan Shaykhun abgeworfen hatte. Bei dem Vorfall wurden mehr als 90 Menschen getötet.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts lagen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP vor. Darin hiess es, das Führungsgremium des Gemeinsamen Investigativmechanismus (JIM) sei «sich sicher, dass die Arabische Republik Syrien für die Freisetzung von Sarin in Khan Shaykhun verantwortlich ist».

Der JIM wurde von den UN und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen ins Leben gerufen. Er wurde gegründet, um die Verantwortlichen hinter Chemiewaffenangriffen in Syrien auszumachen. Syrien und sein enger Verbündeter Russland kritisieren dessen Arbeit und bestreiten einen Angriff.

«Unterstützung Syriens muss jetzt enden»

«Heute hat der Bericht bestätigt, was wir schon lange als wahr betrachtet haben», sagte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley. In Anlehnung an Russland beklagte sie: «Trotz dieser unabhängigen Berichte haben wir noch immer einige Länder, die versuchen das Regime (in Syrien) zu unterstützen. Das muss jetzt enden.» Haley forderte den Weltsicherheitsrat auf, die klare Botschaft zu senden, dass der Einsatz chemischer Waffen nicht toleriert werde. Nach der Attacke auf Khan Shaykhun hatten die USA das syrische Militär zur Rechenschaft gezogen und einen Raketenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt gestartet.

Die Experten legten zudem fest, dass die Terrormiliz Islamischer Staat am 16. September 2016 Senfgas bei einem Angriff nahe Aleppo einsetzte. Zwei Tage vor Veröffentlichung des JIM-Berichts war im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gescheitert, die die Arbeit der Expertengruppe um ein Jahr verlängert hätte. Russland hatte sein Veto eingelegt.

Die Erkenntnisse

Die Führungsgruppe des Gemeinsamen Investigativmechanismus (JIM) macht zur Sarin-Attacke auf die Stadt Khan Shaykhun im April dieses Jahres mit mehr als 90 Toten unter anderem folgende Angaben:

  • Ein Flugzeug liess am 4. April zwischen 6.30 und 7.00 Uhr morgens Munition über Chan Scheichun fallen.
  • Der Krater entstand an diesem Morgen und wurde durch die Wucht und hohe Geschwindigkeit einer Bombe erzeugt.
  • Die Zahl der betroffenen Menschen und der Nachweise von Sarin an dem Krater zehn Tage später deuten darauf hin, dass eine grosse Menge des Giftgases freigesetzt wurde. Dies steht im Einklang damit, dass das Sarin über eine Chemiebombe aus der Luft verbreitet wurde.
  • Die Symptome der Opfer, ihre Behandlung und das Ausmass des Vorfalls stimmen mit den Auswirkungen einer gross angelegten Vergiftung mit Sarin überein.
  • Sarinproben aus Chan Scheichun haben ergeben, höchstwahrscheinlich mit Ausgangsstoffen hergestellt worden zu sein, die zum ursprünglichen chemischen Bestand Syriens gehörten.
(foa/dapd)

Erstellt: 27.10.2017, 04:41 Uhr

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