Swiss ändert Flugrouten über dem Iran

Nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran ergreifen mehrere Fluggesellschaften Massnahmen.

Auslandchef Christof Münger erklärt, wie sich das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran über die Jahrzehnte verschlechtert hat. (Video: Adrian Panholzer)

Wegen der Spannungen zwischen dem Iran und den USA umfliegt Swiss derzeit die Strasse von Hormus und den gesamten iranischen Küstenstreifen im Persischen Golf und im Golf von Oman. Dies teilte die Airline am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Swiss folge damit den Empfehlungen der amerikanischen Behörden, der Sicherheitsabteilung von Swiss und der Lufthansa Group. Für Swiss-Kunden seien keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da der Flugbetrieb regulär durchgeführt werden könne. Die Sicherheitsabteilungen der Lufthansa Group Airlines beobachteten die Situation konstant und stünden auch im engen Austausch miteinander und mit den entsprechenden Behörden, um im Bedarfsfall umgehend reagieren zu können.

Bereits am Donnerstag sei entschieden worden, die Strasse von Hormus im Persischen Golf zu umfliegen, sagte ein Sprecher der Lufthansa. Am Freitag habe man nun beschlossen, den Bereich auszuweiten. Teile des iranischen Luftraums würden aber noch überflogen und auch die Hauptstadt Teheran werde angesteuert.

Die Strasse von Hormus ist eine Meerenge, die den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman verbindet. Zuvor hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA ein Flugverbot für in den USA registrierte Flugzeuge über dem Persischen Golf verhängt. Auch andere Fluggesellschaften wie die niederländische KLM, die australische Qantas, British Airways und Singapore Airline hatten verkündet, die Strasse von Hormus zu umfliegen.

Nach dem Drohnenabschuss sind die Spannungen am Golf gewachsen. Der Iran wirft den USA vor, seinen Luftraum am Persischen Golf verletzt zu haben, und hat dazu den Uno-Sicherheitsrat eingeschaltet. Die USA behaupten, ihre Drohne sei in internationalem Luftraum geflogen.

Wrackteile im iranischen Fernsehen

Inzwischen hat das iranische Staatsfernsehen am Freitag Wrackteile gezeigt, die von der abgeschossenen US-Aufklärungsdrohne stammen sollen. Ein General der Revolutionsgarden sagte dazu, die Wrackteile seien im Meer innerhalb der iranischen Hoheitsgewässer geborgen worden. Andere Teile des Wracks seien gesunken. Der Iran betont, die Drohne sei abgeschossen worden, weil sie an der Strasse von Hormus den iranischen Luftraum verletzt habe.

Nach US-Angaben schossen die iranischen Revolutionsgarden das unbemannte Fluggerät jedoch im internationalen Luftraum ab. Beide Seiten veröffentlichten angebliche Koordinaten des Abschussortes.


Die Feinschaft zwischen den USA und dem Iran

Ausland-Redaktionsleiter Christof Münger erklärt, wie die beiden Staaten zu Erzfeinden wurden. Video: Adrian Panholzer

red/sda/afp

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