Iran will zulässige Uranmenge kommende Woche überschreiten

Der Iran droht, schon am 27. Juni gegen das internationale Atomabkommen zu verstossen. Er erhöht damit den Druck auf die EU.

300 Kilogramm angereichertes Uran innert zehn Tagen: Irans Präsident Hassan Rohani bei einem Besuch des Atomkraftwerks Bushehr. Bild: AFP

300 Kilogramm angereichertes Uran innert zehn Tagen: Irans Präsident Hassan Rohani bei einem Besuch des Atomkraftwerks Bushehr. Bild: AFP

(Bild: AFP)

Der Iran wird nach eigenen Angaben die zulässige Menge von angereichertem Uran noch im Juni überschreiten. Voraussichtlich am 27. Juni werde der Iran die Menge von 300 Kilogramm angereichertem Uran erreicht haben, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Montag bei einer Pressekonferenz. Laut dem internationalen Atomabkommen von 2015 darf der Iran diese Menge nicht überschreiten.

Irans Präsident Hassan Rohani hatte aber am 8. Mai, dem ersten Jahrestag des Ausstiegs der USA aus dem Vertrag, angekündigt, dass sich der Iran nicht mehr an die Mengenbegrenzung bei angereichertem Uran und schwerem Wasser halten werde. Die Ankündigung erfolgte, nachdem die USA zuvor gewährte Ausnahmebestimmungen aufgehoben hatten, die dem Iran trotz der US-Sanktionen erlaubten, angereichertes Uran ins Ausland auszuführen.

Rohani drohte zugleich, dass der Iran weitere Massnahmen ergreifen werde, wenn die verbliebenen Vertragspartner Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China ihm nicht binnen 60 Tagen entgegenkommen. Die Mitunterzeichnerstaaten wollen zwar an dem Abkommen festhalten. Doch haben sie nicht verhindern können, dass sich die meisten ihrer Firmen aus Angst vor den US-Sanktionen aus dem Iran zurückgezogen haben.

red/afp

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