Im Reaktor 2 gab es eine «spontane» Kernspaltung

Der Betreiber des Fukushima-AKW bekommt Milliardenhilfe vom Staat. Das Geld soll zur Auszahlungen von Entschädigungen verwendet werden. Nun ist auch klar, was am Mittwoch im Reaktor 2 vorgefallen ist.

Hält Japan noch immer auf Trab: Reaktor 2 des Kraftwerks Fukushima. (Archivbild vom März 2011)

Hält Japan noch immer auf Trab: Reaktor 2 des Kraftwerks Fukushima. (Archivbild vom März 2011)

Nachdem in Fukushima eine neue Kernschmelze drohte, gibt Tepco nun Entwarnung: Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans habe es keine unkontrollierte Kettenreaktion gegeben. Im zweiten Reaktor der Anlage habe sich zwar wahrscheinlich eine «spontane» Kernspaltung ereignet, sagte ein ranghoher Mitarbeiter von Tepco. Die in dieser Woche gemessenen Radioaktivitätswerte in der Anlage seien aber so niedrig, dass keine anhaltende und unkontrollierte Reaktion stattgefunden haben könne.

Am Mittwoch hatte Tepco mitgeteilt, dass geringe Mengen der Gase Xenon 133 und Xenon 135 auf eine Kernspaltung in der Kraftwerksruine hindeuteten. Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen bereits in der Nacht zuvor vorsichtshalber Wasser und Borsäure in den betroffenen Reaktor eingeleitet.

Grosse Entschädigungszahlungen

Der Betreiber des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Daichi, Tepco, bekommt vom Staat Milliardenhilfe. Die Regierung segnete Pläne ab, dem Konzern erstmals mit 900 Milliarden Yen (10,1 Milliarden Franken) unter die Arme zu greifen.

Damit soll Tepco grosse Entschädigungszahlungen an die Leidtragenden des Atomunfalls leisten können. Im Gegenzug versprach Tepco, über die nächsten zehn Jahre die Kosten im Umfang von mehr als 2,5 Billionen Yen zu senken, unter anderem durch die Kürzung von Pensionszahlungen. Bei dem schweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März war das AKW Fukushima massiv beschädigt worden. Zehntausende Anwohner mussten fliehen.

Tepco leidet unter Brennstoffkosten

Tepco kann damit rechnen, zusätzlich zu den rund 900 Milliarden Yen weitere 120 Milliarden Yen an staatlicher Kompensation für den Atomunfall zu erhalten. Dies sieht ein entsprechendes Gesetz zum Atomschadensausgleich vor. Damit bekommt das Unternehmen bis auf weiteres rund eine Billion Yen an Steuergeldern. Das Geld ist jedoch nur für die Begleichung der Entschädigungsforderung der Opfer vorgesehen, die durch die Atomkatastrophe ihr Haus und Einkommen verloren.

Geschäftlich bringt es dem angeschlagenen Konzern nichts. Tepco ächzt unter steigenden Brennstoffkosten, da durch den Ausfall des Atomstroms verstärkt thermische Kraftwerke eingesetzt werden.

kpn/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt