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89 Schulkinder im Südsudan entführt

Eine bewaffnete Gruppe hat im Südsudan Dutzende Kinder entführt. Bisher hat sich noch niemand zu den Entführungen bekannt.

Im Südsudan sind gemäss UNO-Angaben mindestens 89 Jungen von einer bewaffneten Gruppe entführt worden. Die Bewaffneten seien in Wau Shilluk von Haus zu Haus gegangen und hätten alle Jungen über zwölf Jahre herausgeholt, womöglich um sie als Kämpfer einzusetzen.

Die Gegend steht unter Kontrolle eines regierungstreuen Kriegsherrn, dem bereits vorgeworfen worden ist, Kindersoldaten einzusetzen. «Mindestens 89 Kinder wurden entführt, die Zahl kann aber auch viel höher sein», erklärte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF am Samstag.

Es sei unklar, welcher der bewaffneten Gruppen die Täter angehörten. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Wau Shilluk in einem Gebiet im nördlichen Bundesstaat Upper Nile, das unter Kontrolle der Regierung steht. Die Einwohnerzahl der Stadt ist stark gewachsen, seitdem tausende Menschen auf der Flucht vor den Kämpfen in der nahegelegenen Stadt Malakal dorthin strömten.

Die Gegend wird von dem regierungstreuen Kriegsherrn Johnson Olony beherrscht. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf ihm kürzlich vor, Kinder als Kämpfer zu rekrutieren.

Tausende Kinder als Soldaten eingesetzt

«Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern durch bewaffnete Kräfte zerstört Familien und Gemeinden», warnte am Samstag der UNICEF-Leiter im Südsudan, Jonathan Veitch. Die Kinder würden ihre Familien und ihre Chance auf Schulbildung verlieren und schrecklicher Gewalt ausgesetzt.

UNICEF schätzt, dass die beiden Konfliktparteien im Südsudan mindestens 12'000 Kindersoldaten einsetzen. Im Südsudan herrscht Bürgerkrieg, seitdem im Dezember 2013 der lange schwelende Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskalierte.

Verschärft wird der Konflikt dadurch, dass die Kontrahenten den rivalisierenden Volksgruppen der Dinka und Nuer angehören. Trotz mehrerer Waffenruhen gehen die Kämpfe unvermindert weiter.

AFP/rsz

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