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63 Boko-Haram-Geiseln fliehen

Als die Terroristen in Kämpfe mit Soldaten verwickelt waren, entkamen Dutzende Frauen und Mädchen. Die Regierung hatte ihre Entführung stets dementiert.

Zwei Wochen nach ihrer Entführung durch die Terrorgruppe Boko Haram ist 63 Frauen und Mädchen in Nigeria die Flucht gelungen. Dies bestätigten Kommunalpolitiker im Nordosten des Landes am Montag. Die Entführten seien bereits am Donnerstag und Freitag aus den Händen der radikalislamischen Terroristen entkommen, als diese in Kämpfe mit Soldaten verwickelt waren.

Augenzeugen hatten die Massenentführung aus drei Dörfern am 22. Juni beobachtet und öffentlich gemacht. Die nigerianische Regierung hatte dagegen bestritten, dass es nach der Entführung von mehr als 200 Schulmädchen Mitte April schon wieder zu einem ähnlichen Fall gekommen war. Von den damals verschleppten Mädchen gelten immer noch 219 als vermisst.

Militär schaute tatenlos zu

Dem Militär ist es bisher nicht gelungen den Terror und die Entführungen der radikalislamischen Boko Haram einzudämmen, die im Nordosten Nigerias einen Gottesstaat errichten will. Bereits seit Monaten wurden in der Region Menschen verschleppt, bis die Entführung der Schulmädchen dann internationale Aufmerksamkeit auf den Konflikt zog. Im Gegenzug für die entführten Mädchen fordert Boko Haram die Freilassung ihrer Anhänger aus Gefängnissen. Präsident Goodluck Jonathan lehnt einen solchen Handel aber ab.

In der Zwischenzeit hat Boko Haram in Chibok, wo sich die Entführungsfälle ereigneten, mehrere Dörfer erobert, wie Kommunalpolitiker Bitrus sagte. Seit der Entführung der Schülerinnen Mitte April seien dort 19 Dörfer angegriffen und 229 Menschen getötet worden, sagte er. In 90 Prozent der Fälle habe es vorher eine Warnung gegeben, wie auch bei der Entführung. Das Militär habe aber tatenlos zugesehen, hiess es in der Erklärung einer Bürgervereinigung von Chibok. Die Gruppe rief die Vereinten Nationen um Hilfe an und warnte vor einer Auslöschung der Volksgruppe der Kibaku, die in Chibok beheimatet ist.

Tausende Opfer

Die Details der Entführung der jetzt geflüchteten Frauen und Mädchen waren undurchsichtig. Zunächst hatten Augenzeugen und örtliche Beamte berichtet, dass 90 Personen, darunter auch 30 Jungen, aus drei Dörfern verschleppt worden seien. Nach Ermittlungen, deren Ergebnis die Nachrichtenagentur AP erfuhr, die aber nie öffentlich gemacht wurden, war nur noch von 71 entführten Frauen und Mädchen die Rede.

Durch den Aufstand von Boko Haram sind in diesem Jahr bereits mehr als 2000 Menschen ums Leben gekommen. In den vier vorherigen Jahren waren es zusammen geschätzt 3600 gewesen.

AP/cpm

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