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16 Tote bei Protesten in Syrien

Laut Regimegegnern tötete die syrische Armee in mehreren Städten Demonstranten. Zudem berichten Nichtregierungsorganisationen von vermehrten Repressionen gegenüber Anwälten.

Bekommen noch keine Unterstützung der UNO: Demonstranten ziehen durchs Zentrum von Homs. (28. September 2011)
Bekommen noch keine Unterstützung der UNO: Demonstranten ziehen durchs Zentrum von Homs. (28. September 2011)
Reuters
Fordern Assads Tod: Demonstranten in Idlib tragen Masken. (23. September 2011)
Fordern Assads Tod: Demonstranten in Idlib tragen Masken. (23. September 2011)
Reuters
Syrische Soldaten beobachten die Grenze zur Türkei in der Provinz Idlib. Die Zahl der in die Türkei geflohenen Syrer ist Ende Juni leicht zurückgegangen, nachdem der Exodusim Nordwesten des Landes wochenlang angehalten hatte. (29. Juni 2011)
Syrische Soldaten beobachten die Grenze zur Türkei in der Provinz Idlib. Die Zahl der in die Türkei geflohenen Syrer ist Ende Juni leicht zurückgegangen, nachdem der Exodusim Nordwesten des Landes wochenlang angehalten hatte. (29. Juni 2011)
AFP
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Bei den Protesten von Regimegegnern in Syrien hat die Armee nach Angaben von Aktivisten weitere 16 Menschen getötet. Wie die Oppositionellen mitteilten, kamen am Vortag allein in Homs sieben Menschen ums Leben. Homs ist die zweitgrösste Stadt des Landes und ein Zentrum der seit März andauernden Proteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Tote habe es auch in Damaskus, der Hafenstadt Latakia, Deir al-Zor im Nordosten sowie in Idlib nahe der türkischen Grenze gegeben.

Bewaffnete hätten zudem in Damaskus den regierungskritischen Karikaturisten Ali Farsat verschleppt und angegriffen, berichtete der Nachrichtensender al-Jazeera . Eine offizielle Reaktion auf den Bericht gab es zunächst nicht. Offenbar aus Rache für eine regimekritische Zeichnung ist ein bekannter Karikaturist in Syrien von Bewaffneten verprügelt worden. Ali Fersat wurde von vier Vermummten überfallen, die ihm beide Hände gebrochen hätten, wie Angehörige und Aktivisten mitteilten. Die Täter hätten den 60-Jährigen blutend am Strassenrand liegen lassen. Fersat hatte in den vergangenen Tagen eine Karikatur veröffentlicht, die Staatschef Bashar Assad mit dem langjährigen libyschen Machthaber Ghadhafi verglich.

Verhaftung von Anwälten

Auch Anwälte sind in Syrien immer mehr Repressionen ausgesetzt. Mehrere Nichtregierungsorganisationen verurteilten die steigende Zahl willkürlicher Verhaftungen. In den vergangenen drei Monaten seien mindestens 80 Anwälte verhaftet worden, teilten das Euro-Mediterrane Netzwerk für Menschenrechte und die Beobachtungsstelle zum Schutz von Menschenrechtsvertretern mit.

Demnach sind erst am Montag in der Stadt Rakka im Nordosten des Landes mindestens 19 Anwälte verhaftet worden. Sie hätten sich vor dem Gerichtsgebäude der Stadt versammelt, um ein Ende der Gewalt gegen die friedlichen Demonstranten zu fordern.

Erst zwei der Verhafteten seien wieder auf freiem Fuss. Die Organisationen befürchten, dass die Personen gefoltert werden.

Warnung vor «ausländischer Verschwörung»

Assad warnte unterdessen vor einer «ausländischen Verschwörung» gegen sein Land. Diese richte sich vor allem gegen die Rolle der Armee. Zudem erklärte er, seine Regierung treibe mit entschiedenen Schritten die versprochenen Reformen voran.

Nach Angaben der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sind seit März etwa 2200 Menschen bei den Protesten in Syrien ums Leben gekommen, davon mehr als 350 seit Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan Anfang August. Sie hatte am Montag zudem von «anhaltend schweren Menschenrechtsverletzungen» in dem Land berichtet.

SDA/kpn

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