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«Für mich blieb er ein normaler Häftling»

Der weisse Gefängniswärter Christo Brand war 17 Jahre lang für Nelson Mandela zuständig. Nach anfänglicher Fremdheit und Skepsis wurde ihm der Freiheitskämpfer zu einem engen Freund.

Aktivist, Staatschef und Friedensnobelpreisträger: Nelson Mandela verlässt mit seiner Frau Winnie das Gefängnis in Paarl nahe Kapstadt. (11. Februar 1990)
Aktivist, Staatschef und Friedensnobelpreisträger: Nelson Mandela verlässt mit seiner Frau Winnie das Gefängnis in Paarl nahe Kapstadt. (11. Februar 1990)
AP Photo/Greg English
Nelson Mandela wurde 1918 im südafrikanischen Dorf Mvezo geboren. Seine Familie gehörte zum Königshaus der Thembu – ein Archivbild zeigt ihn als 43-jährigen Anführer der Partei African National Congress (ANC).
Nelson Mandela wurde 1918 im südafrikanischen Dorf Mvezo geboren. Seine Familie gehörte zum Königshaus der Thembu – ein Archivbild zeigt ihn als 43-jährigen Anführer der Partei African National Congress (ANC).
AFP
2004 kündigte Mandela seinen Rückzug aus dem öffentlichen Leben an. Nun ist er im Alter von 95 Jahren verstorben.
2004 kündigte Mandela seinen Rückzug aus dem öffentlichen Leben an. Nun ist er im Alter von 95 Jahren verstorben.
Reuters
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Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit Nelson Mandela?

Ich kam mit einer Gruppe von 21 jungen Gefängniswärtern im November 1978 nach Robben Island. Dort wurde ich der B-Sektion der Haftanstalt zugeteilt, in der die Führer der politischen Häftlinge sassen. Wenn wir morgens die Zellen inspizierten, standen die Gefangenen von ihrem Schlafplatz auf, der damals noch aus einer blossen Matte und Wolldecken bestand. Weil Mandela sehr gross war, ragten seine Füsse immer über die Matte auf den Zement hinaus. Er stand auf und grüsste freundlich. Er war überhaupt immer sehr freundlich, mit nur sehr wenigen Ausnahmen. Im Lauf des Tages fragte ich jemanden, wieso diese Leute denn eingesperrt seien. Man sagte mir: «Das sind Terroristen. Sie versuchen die Regierung zu stürzen und töten unsere Kinder.» Ich hatte den Namen Nelson Mandela zuvor noch nie gehört.

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