Zentralrat der Juden fordert Obergrenzen für Flüchtlinge

In Deutschland mehren sich die Forderungen nach einer Begrenzung des Flüchtlingszustroms. Der Zentralrat der Juden sieht die ethnische Herkunft der Migranten als Problem.

Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland: Der Zentralrat der Juden befürchtet Hass und Intoleranz. (Archivbild vom 3. November 2015)

Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland: Der Zentralrat der Juden befürchtet Hass und Intoleranz. (Archivbild vom 3. November 2015)

(Bild: Keystone Peter Knefel)

Der Zentralrat der Juden in Deutschland befürwortet ein Limit für den Zuzug von Flüchtlingen. Zentralratspräsident Josef Schuster nannte als Begründung vor allem die Herausforderungen bei der Integration.

«Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des Islamischen Staates und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist», sagte Schuster der Zeitung «Die Welt» am Montag laut Vorabbericht.

«Kein religiöses, sondern ethnisches Problem»

«Denken Sie nicht nur an die Juden, denken Sie an die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen.»

Schuster führte die Einstellungen weniger auf den muslimischen Glauben zurück, sondern eher auf die Herkunft zahlreicher Asylsuchender aus arabischen Ländern. «Wenn ich mir die Orte und Länder in Europa anschaue, in denen es die grössten Probleme gibt, könnte man zu dem Schluss kommen, hier handle es sich nicht um ein religiöses Problem, sondern um ein ethnisches.»

Wenn es so weiter gehe wie bisher, «wird die Vermittlung unserer Werte zunehmend schwieriger», sagte Schuster. Die erfolgreiche Integration sei aber auch für die jüdischen Gemeinden in Deutschland wichtig. Zu einer Obergrenze sagte er: «Über kurz oder lang werden wir um Obergrenzen nicht herumkommen.»

mlr/sda

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