«Wir verlieren unsere Seele»

Loris De Filippi, Chef der Ärzte ohne Grenzen in Italien, vergleicht die Flüchtlingslager in Libyen mit KZ.

Systematisch gefoltert und erpresst: Amnesty macht EU für Misshandlungen von Flüchtlingen verantwortlich. (Video: Tamedia/AFP)

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Ist die Flüchtlingskrise im Mittelmeer gelöst?
Nein, natürlich nicht. Wie kommen Sie darauf?

2017 sind 30 Prozent weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien gekommen als 2016. Die italienische Regierung feiert dies als grossen Erfolg, und der italienische Innenminister Marco Minniti ist zu einem der landesweit beliebtesten Politiker geworden. Sind Sie damit einverstanden, seine Massnahmen auch im kommenden Jahr fortzusetzen?
Nein. Die angeblich so erfolgreiche Politik der italienischen Regierung besteht darin, Flüchtlinge in Libyen festzuhalten – einem Land, das kein Asylrecht kennt. Damit nimmt man den Flüchtlingen ein fundamentales Menschenrecht. Vergangenes Jahr haben mehr als 60 Prozent, die Italien erreichten, eine Aufenthaltsbewilligung erhalten – weil ihr Asylgesuch bewilligt wurde, weil man ihnen subsidiären Schutz zusprach oder weil man aus humanitären Gründen auf eine Rückschaffung verzichtete.

Was schliessen Sie daraus?
Das ständige Gefasel der Rechten, es ­kämen aus Afrika ausschliesslich Wirtschaftsmigranten, ist eine Lüge. Indem der italienische Staat und die EU verhindern, dass Flüchtlinge durch Libyen reisen, verletzen sie die Genfer Flüchtlingskonventionen und geben die angeblich so hehren humanitären Werte Europas preis. Wer je ein Flüchtlingslager in ­Libyen besucht hat, kann daran keine Sekunde zweifeln.

Haben Sie ein solches Lager besucht?
Nicht persönlich. Aber Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben 16 Lager ­besucht. Und sie haben haarsträubende Dinge gesehen oder davon gehört: Misshandlungen, Vergewaltigungen, Folter, Erpressung. Dennoch ist Italien von seiner bisher migrantenfreundlichen Politik abgerückt. Unter dem Druck der EU und der aufgehetzten öffentlichen Meinung haben die italienische Regierung und Innenminister Minniti das Problem seit Juni endgültig der libyschen Regierung und den dortigen Milizen zugeschoben. Minniti nimmt es hin, dass Flüchtlinge ohne jede Perspektive auf unbegrenzte Zeit in KZ-ähnlichen Lagern ausharren müssen. Und dann bittet er uns NGOs auch noch, die Situation in diesen Lagern zu verbessern.

Wäre das nicht ein Beitrag, um das Problem zumindest zu entschärfen?
Es wäre völliger Wahnsinn. Dafür sind die NGOs weder ausgebildet, noch haben sie das notwendige politische Gewicht. Aber selbst wenn die EU oder die UNO eine Verbesserung der Lage zustande brächten, hätte man dies erreichen müssen, bevor die Migranten an der Weiterreise gehindert wurden. Wenn Italien und Europa bereit sind, für die momentane Eindämmung der Migration hinzunehmen, dass Migranten in KZ festgehalten werden, lassen wir jede Humanität fahren. Wir verlieren unsere Seele. Und wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig.

Immerhin ertrinken durch Minnitis Massnahmen weniger Menschen im Mittelmeer.
Das ist eine grosse Lüge. Die Zahl der Überfahrten hat zwar abgenommen, jene der Ertrunkenen ist im Vergleich zum Vorjahr aber gestiegen. (De Filippis Aussage trifft laut Statistik der Internationalen Organisation für Migration nur auf den August 2017 zu, aber nicht auf die anderen Monate der zweiten Jahreshälfte 2017. Anm. d. Redaktion)

Im Moment sitzen Hunderttausende Migranten in Libyen fest. Und Millionen von Personen wollen von Afrika nach Europa auswandern. Ein beträchtlicher Teil der europäischen Gesellschaften lehnt dies ab, was sich im Erfolg populistischer Parteien niederschlägt. Das können Sie doch nicht einfach ignorieren.
Das tue ich auch nicht. Aber ich möchte doch an einige Tatsachen erinnern.

Bitte.
Von den 65 Millionen Menschen, die sich gegenwärtig auf der Flucht befinden, ist die überwiegende Mehrheit in Länder der sogenannten Dritten Welt ausgewandert. In Italien und anderswo schwafeln Politiker von links bis rechts seit Jahrzehnten davon, man müsse Hilfe vor Ort leisten, aber die Entwicklungshilfe beträgt erbärmliche 0,17 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Stattdessen liefern wir Waffen an autokratische Regimes und schotten unsere Märkte gegen Agrarprodukte aus Entwicklungsländern ab. Ich behaupte nicht, der Westen sei allein an allem Elend auf der Welt schuld, aber er trägt eine Mitverant­wortung. Und: Vergangenes Jahr sind 120'000 Italiener wegen der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert, um im Ausland Arbeit zu suchen.

Das sind aber zum grossen Teil gut qualifizierte Arbeitskräfte.
Einverstanden. Aber von einer Invasion aus Afrika zu sprechen, ist in Anbetracht dieser Tatsache demografisch grotesk übertrieben.

Mit solchen Aussagen ist aber weder die Flüchtlingskrise gelöst noch der Aufstieg fremdenfeindlicher Kräfte gestoppt. Was wäre Ihr Lösungsvorschlag?
Indem Europa sagt, es wolle überhaupt keine legale Wirtschaftsmigration aus Afrika, zwingt es einen Teil der Migranten, sich als politische Flüchtlinge oder Kriegsflüchtlinge auszugeben. Stattdessen sollte es die beiden Ströme voneinander trennen.

Was heisst das?
Europa sollte sich bereit erklären, einer bestimmten Anzahl afrikanischer Arbeitsmigranten einen sicheren und legalen Weg zu öffnen. Und die EU-Länder sollten sich darüber verständigen, wie sie die Neuankömmlinge auf die einzelnen Staaten verteilen wollen. Das ist die einzige Lösung, die Menschlichkeit mit Realismus verbindet. Und sie liegt auch im ökonomischen und demografischen Interesse der EU. Die Landwirtschaft in Italien würde ohne illegale Arbeiter aus Afrika zusammenbrechen. Was spricht dagegen, diese Arbeitskräfte auf legalem Wege zu holen und ihnen ein würdiges Dasein zu ermöglichen? Nichts.

Wären Sie bereit, Grenzkontrollen und notfalls gewaltsame Rückschaffungen jener Migranten zu akzeptieren, die das festgelegte Kontingent ­überschreiten?
Grundsätzlich ja. Ein Staat hat das Recht, seine Grenzen zu kontrollieren. Aber zuerst müssen die Migrationsströme auf humane Weise kontrolliert werden.

Glauben Sie, Ihr Lösungsansatz hat eine Chance?
Realistischerweise muss ich sagen: Nein. Weder die europäischen Regierungen noch die europäischen Gesellschaften sind dazu bereit.

«Ich weiss, dass wir auf der richtigen Seite stehen»: Loris De Filippi. Foto: Phocus Agency

Was wird stattdessen geschehen?
Italien und Europa werden weiterhin Abkommen mit libyschen Milizen und lokalen Potentaten schliessen, um den Migrationsstrom aufzuhalten. Falls es in Libyen jemals wieder eine Zentralregierung geben sollte, die über das ganze Land herrscht, wird man mit deren Anführern Verträge aushandeln, ähnlich, wie es Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy mit Ghadhafi getan haben. Ich sage das mit grosser Traurigkeit. Europa versäumt es erneut, effizientere und humanere Lösungen zu finden. Es erleidet gerade eine schreckliche moralische Niederlage.

Kritiker der NGOs behaupten, Sie spielten aus Naivität oder sogar aus finanziellem Interesse den Schleppern in die Hände. Wenn ein Schlepper weiss, dass Ärzte ohne Grenzen die Migranten gleich vor der Küste rettet, zwängt er erst recht möglichst viele in ein Gummiboot. Sie sind ein ­sogenannter Pull-Faktor.
Das ist eine vollkommen idiotische Argumentation. In den letzten drei Jahren hat zwar die Präsenz der NGOs im Mittelmeer zugenommen, aber insgesamt waren wir an weniger als 25 Prozent der Rettungen beteiligt. Ein entscheidender Pull-Faktor sind wir also ganz sicher nicht. Aber sehr wohl ein Sündenbock, der sich lautstark und medienwirksam anklagen lässt. Wer uns für unseren Einsatz kritisiert, sollte zugeben, dass es ihm lieber ist, wenn Männer, Frauen und Kinder ertrinken. Wir haben unsere Rettungsaktionen nicht aus ideologischen Gründen begonnen, sondern, weil es notwendig war. Wir sind immer in internationalen Gewässern patrouilliert. Und das Argument mit den Gummibooten, deren Benutzung wir angeblich ermöglichen, ist auch falsch.

«Die Rettung von Menschen ist ein überwältigendes Gefühl.»

Warum?
Weil die Fischerboote und sonstigen Schiffe, welche die Schlepper zuvor benutzt hatten, beschlagnahmt und zerstört wurden. Darauf haben die Schlepper Gummiboote eingesetzt. Ich war an Aktionen beteiligt, bei denen wir 25 Seemeilen vor der Küste Leute aus Gummibooten gerettet haben. Also nicht in Strandnähe, wie es unsere Kritiker immer wieder behaupten.

Laut internationalem Seerecht müssten die Flüchtlinge in den nächsten sicheren Hafen gebracht werden. Also nicht nach Italien.
Die Koordination sämtlicher Rettungsschiffe obliegt der Leitstelle für Seenotrettung in Rom. Deren Mitarbeiter befehlen uns nach einer Rettungsaktion, welchen Hafen wir anlaufen müssen. Dass der italienische Innenminister sagt, wir hätten Flüchtlinge nach Tunesien oder Frankreich bringen sollen, ist eine Frechheit.

Hatten die NGOs jemals direkten Kontakt zu Schlepperbanden?
Ärzte ohne Grenzen ganz sicher nicht. Falls sich aberr andere Organisationen auf direkte Kontakte eingelassen haben, müssen die Verantwortlichen bestraft werden.

Was erleben Sie bei einem Rettungseinsatz?
Ich war in vielen Konflikten und Kriegen im Einsatz, aber die Rettung von Menschen aus Seenot ist ein überwältigendes Gefühl. Bei meiner ersten Rettungsaktion im Mai 2015 stiessen wir auf ein ­libysches Fischerboot, in dessen Motorraum das Wasser 80 Zentimeter hoch stand. Es war am Auseinanderbrechen und wäre sicher gesunken. Von seiner Grösse her schätzten wir, dass etwa hundert Personen in dem Boot sein mussten. Zuerst kamen 17 Kinder heraus, dann 147 Frauen, dann die Männer. Insgesamt 497 Eritreer, die meisten in einem erbärmlichen körperlichen und psychischen Zustand.

Was heisst das konkret?
Die psychischen Symptome reichten von allgemeiner Unruhe bis zu schwerer Verzweiflung und Depression. Einige hatten sich Verletzungen zugefügt, einige versuchten, sich umzubringen, selbst noch während der Rettungsaktion. Dann gab es Flüchtlinge mit Verbrennungen zweiten Grades, oder solche, die vollkommen dehydriert waren. Es gab Männer und Frauen, die in libyschen Flüchtlingslagern mit Peitschen und Elektroschocks traktiert und vergewaltigt worden waren. Bei Einsätzen in anderen ­Gebieten bekämpfen wir Tod, Verletzungen, Krankheiten mit kriegsmedizinischen Mitteln, etwa durch Notoperationen. Bei den Bootsflüchtlingen ist dies meist nicht im selben Ausmass nötig. Wir bringen sie in einen sicheren Hafen und geben ihnen damit das Leben zurück. Das ist ein aufwühlender Vorgang, den man nicht mehr vergisst. Genauso wenig wie die Bilder von im Meer treibenden Kinderleichen.

Welche Episode, die sich während eines Rettungseinsatzes zugetragen hat, ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Einmal hat mich ein etwa 40-jähriger Eritreer kurz nach seiner Rettung gebeten, ein Video von ihm aufzunehmen. Er sprach auf Englisch für 14 Sekunden, ruhig, emotionslos, bestimmt. Er sagte: «Ich komme nicht nach Europa, weil ich euer Geld will. Ich will nichts von euch. Ich will euch nur bitten, meinem Sohn die Chance zu geben, in seinem Leben nicht all den Schrecken zu sehen, den ich bisher gesehen habe.» Das hat mich sehr berührt, weil es authentisch, human und berechtigt war.

«Es sind die Politiker, die sich schämen sollten, nicht wir.»

Triumphiert das Böse über das Gute?
Es triumphiert so lange nicht, wie es Akte individueller und kollektiver Grosszügigkeit und Humanität gibt.

Gibt es bei Ihnen und Ihren Leuten so etwas wie ein Helfersyndrom? Einen Altruismus, hinter dem sich die im Grunde egoistische, adrenalingetränkte Lust verbirgt, als Held dazustehen?
Von einem Helfersyndrom spricht man, wenn jemand einem anderen Hilfe aufdrängt, obwohl er sie eigentlich gar nicht nötig hätte. Das kann man bei Rettungen aus akuter Seenot nun wirklich nicht behaupten. Natürlich sucht ein Lebensretter auch etwas für sich selber. Dabei entdeckt er auf einer Mini-Odyssee den anderen, dem gegenüber er sich solidarisch zeigt. Und er verändert sich dadurch. Es gibt keinen Grund, diesen Vorgang durch küchenpsychologische Unterstellungen in den Schmutz zu ziehen. Es steht nirgends geschrieben, dass ein Helfer zwangsläufig auch ein Asket sein muss, der niemals an sich selber denkt.

Träumen Sie von schrecklichen Erlebnissen?
Das kommt vor.

Italien gilt als traditionell einwanderungsfreundliches Land. Ist die Stimmung mittlerweile gekippt?
Ja. Eigentlich hat Italien nicht zuletzt aufgrund des Katholizismus eine starke Tradition der Hilfsbereitschaft. Gleichzeitig ist es nicht in der Lage, die Migration organisatorisch zu bewältigen. Das war schon so, als viel weniger Flüchtlinge kamen. Seit zwei Jahren ist die Flüchtlingskrise nun das alles beherrschende Thema in den Medien und bei den Politikern. Es ist einfach und populär, den Leuten einzureden, die schwere Wirtschaftskrise würde sich in nichts auflösen, wenn nur der Zustrom aus ­Afrika nicht wäre. Im kommenden Frühling sind Parlamentswahlen, weshalb sich diese Sündenbockrhetorik noch verstärken wird.

Dieser Stimmungsumschwung betrifft auch Hilfsorganisationen.
Natürlich. Früher waren wir die barmherzigen Samariter, jetzt stecken wir angeblich plötzlich mit Schlepperbanden unter einer Decke. Abgesehen davon, dass das kompletter Unsinn ist, wendet die Organisation Ärzte ohne Grenzen lediglich 0,6 Prozent ihres Globalbudgets für Rettungsaktionen im Mittelmeer auf. Uns darauf zu reduzieren, ist billige Polemik.

Schwimmen und um Hilfe rufen: Über 500 Flüchtlinge kenterten im Mai 2017 mit ihrem Boot vor der Küste Lampedusas, Italien. Bild: Getty Images

Leiden Sie auch persönlich unter dem schlechteren Image der Hilfsorganisationen?
Es tut mir leid, wenn Leute schlecht über mich denken, aber letztlich ist es mir egal. Ich weiss, dass wir auf der richtigen Seite stehen. Deshalb diskutieren wir erhobenen Hauptes mit den Politikern. Sie sind es, die sich schämen sollten, nicht wir. Sie haben es fertiggebracht, das Konzept der Solidarität zu einem Verbrechen zu erklären – aus niedrigen persönlichen Motiven, um ein paar Stimmen zu gewinnen. Das ist eine schreckliche Entwicklung. Ich bin mir ­sicher, dass sich die neue Hartherzigkeit bald auch gegen viele Italiener und ­andere Europäer richten wird. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.12.2017, 10:26 Uhr

Loris De Filippi

Von seiner Mission überzeugt



Loris De Filippi (51) ist gelernter Anästhesie-Krankenpfleger. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, deren italienische Sektion er seit April 2012 leitet. Der verheiratete Familienvater ist überzeugt, dass es für ihn als Mitglied einer NGO wichtig ist, neben administrativen Tätigkeiten auch immer wieder Einsätze in Katastrophengebieten zu leisten. So war er etwa 2005 in Ostasien, um den Opfern des Tsunamis zu helfen. 2010 war er nach dem Erdbeben in Haiti tätig. Im Frühling 2017 leistete er für die Schweizer Sektion von Ärzte ohne Grenzen einen Einsatz in der irakischen Stadt Mosul. Gegenwärtig ist De Filippi in einem Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesh tätig. (ben)

Mittelmeerroute: Kampf ums Überleben

Im Meer vor der italienischen Insel Lampedusa schwimmend, rufen afrikanische Flüchtlinge um Hilfe, nachdem am 24. Mai 2017 ihr Boot gekentert ist. Insgesamt befanden sich rund 500 Personen an Bord. Die Schwimmenden wurden von Mitgliedern der in Malta gemeldeten Organisation «Migrant Offshore Aid Station» gerettet und nach Italien gebracht.

Von Januar bis Mitte Dezember 2017 sind laut Statistiken des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) 119 000 Flüchtlinge nach Italien gelangt – die meisten aus westafrikanischen Ländern und aus Bangladesh. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 179 000 Personen.

Die Zahl der Toten und Vermissten betrug laut UNHCR in diesem Jahr 3081 (bis Mitte Dezember). Zum Vergleich: 2016 haben insgesamt etwas mehr als 5000 Menschen beim Versuch, von Nordafrika nach Italien zu gelangen, ihr Leben verloren. Besonders markant war der Rückgang der Ankünfte in der zweiten Jahreshälfte 2017. Dies wird den Massnahmen des italienischen Innenministers Marco Minniti zugeschrieben.

Kritiker werfen ihm vor, libysche Milizen und Schlepperbanden dazu bewogen zu haben, Flüchtlinge an der Weiterreise zu hindern. Die italienische Regierung bestreitet dies. Sie arbeite lediglich mit legitimen Stellen und Funktionären zusammen – etwa mit der Küstenwache oder mit Bürgermeistern. Die Mehrheit der italienischen Bevölkerung und die meisten Parteien stimmen Minnitis Massnahmen zu. Allerdings bestreitet auch Italiens Regierung nicht, dass die Zustände in den libyschen Flüchtlingslagern katastrophal sind. (ben)

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