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«Wir alle sind ‹dreckige Franzosen›»

Die Abscheu über die Barbarei der Jihadisten und die Angst vor dem Terrorismus sorgen in Frankreich für ein nationales Zusammenrücken.

Gemeinsam auf der Strasse: In Frankreich protestieren Muslime zusammen mit Christen gegen die Gewalt von Islamisten.
Gemeinsam auf der Strasse: In Frankreich protestieren Muslime zusammen mit Christen gegen die Gewalt von Islamisten.
AP, Keystone

Die Angst schweisst zusammen. Seit der Enthauptung des Bergführers Hervé Gourdel durch die algerische Terrorgruppe «Soldaten des Kalifats» wächst in Frankreich das Bedürfnis zum nationalen Zusammenrücken in Politik und Gesellschaft. Jeden Tag gibt es nun Kundgebungen, überall im Land, an denen der ermordeten Geisel gedacht wird. Gourdel ist zum Symbol des Unsäglichen geworden, seine Hinrichtung zum Mahnmal der Barbarei. «Er wurde getötet, weil er Franzose ist», sagt Präsident François Hollande, «weil sein Land gegen den Terrorismus kämpft, weil er ein Vertreter eines freien Volkes war, unseres Volkes, das die menschliche Würde gegen die Barbarei verteidigt.» In dieser Formel finden sich alle wieder. Sie soll die Moral der Franzosen festigen. In Umfragen sagen 80 Prozent, sie fürchteten sich vor Anschlägen auf heimischem Boden.

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