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Werftarbeiter stürmen Gelände von griechischem Verteidigungsministerium

In Athen sind Proteste gegen ausbleibende Lohnzahlungen eskaliert. Die Arbeiter sind wütend, weil das Verteidigungsministerium ausstehende Rechnungen ihrer Firma nicht begleicht.

«Wir hungern»: Vassilis Karakitsos, Chef der Gewerkschaft der Werftarbeiter wird bei den Protesten vor dem Verteidigungsministerium verhaftet. (4. Oktober 2012)
«Wir hungern»: Vassilis Karakitsos, Chef der Gewerkschaft der Werftarbeiter wird bei den Protesten vor dem Verteidigungsministerium verhaftet. (4. Oktober 2012)
Reuters
Handgemenge vor dem Ministerium: Polizisten und wütende Werftarbeiter geraden aneinander. (4. Oktober 2012)
Handgemenge vor dem Ministerium: Polizisten und wütende Werftarbeiter geraden aneinander. (4. Oktober 2012)
AFP
Hatten ein Rollgitter aufgedrückt: Demonstrierende Werftarbeiter bei Eingang des Verteidigungsministeriums. (4. Oktober 2012)
Hatten ein Rollgitter aufgedrückt: Demonstrierende Werftarbeiter bei Eingang des Verteidigungsministeriums. (4. Oktober 2012)
Keystone
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Protestierende Werftarbeiter haben heute das Gelände des griechischen Verteidigungsministeriums in Athen gestürmt. Sie zerstörten die Absperrungen am Eingang des Gebäudes, wie griechische Fernsehsender zeigten. Die Arbeiter blockierten den Eingang zum Hauptgebäude und erklärten, sie seien seit Monaten nicht bezahlt worden.

«Wir hungern. Wir haben seit sechs Monaten kein Geld bekommen. Wir verelenden», skandierten die Demonstranten. Die Demonstranten arbeiten in der Werft Hellenic Skaramanga, die hauptsächlich Aufträge der Streitkräfte ausführt. Die Firma ist von der Pleite bedroht.

Generalstabschef ausgebuht

Als die Polizei die etwa 250 Schiffbauer vom Gelände vertreiben wollte, kam es zu Handgemengen. Mindestens ein Mann wurde im Gesicht verletzt. Die Polizei nahm einen Werftarbeiter beim Versuch fest, in das Ministeriumsgebäude einzudringen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Der fast bankrotte griechische Staat hat nach Angaben der Demonstranten die Rechnungen der Firma nicht beglichen, weshalb die Löhne ausblieben. Wegen der Krise in Griechenland vergibt die Armee auch keine neuen Aufträge mehr an die Werft. Generalstabschef Mihail Kostarakos, der mit den Schiffbauern sprechen wollte, wurde ausgebuht und niedergeschrien.

Troika-Bericht Mitte Oktober erwartet

Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras will beim EU-Finanzministertreffen über mehr Zeit für Reformen in Griechenland verhandeln. «Wir brauchen nicht mehr Geld, wir brauchen nur mehr Zeit», sagte Stournaras der «Bild»-Zeitung.

Den Bericht der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds über die Reformfortschritte in seinem Land erwarte er bis Mitte Oktober. «Es gibt keinen Streit, wir sind auf einem guten Weg», sagte Stournaras.

Proteste auch in Portugal

Aus Protest gegen die Sparpolitik in Portugal wurden am Donnerstag in der Hauptstadt Lissabon Teile des Bahnverkehrs und die U-Bahn bestreikt. Bereits seit Montag sind die Lokführer täglich in den ersten beiden Stunden ihres Dienstes im Ausstand und sorgen damit für Verkehrschaos. Am Freitag, einem Feiertag in Portugal, wollen die Lokführer rund um die Uhr streiken.

Die U-Bahn in Lissabon nahm am Donnerstag erst um 10.00 Uhr (Ortszeit) ihren Betrieb auf. Auch dies sorgte für erhebliche Behinderungen. Zu dem Ausstand hatten die Gewerkschaften aufgerufen, um gegen die Sparpläne der Regierung zu protestieren. Finanzminister Vitor Gaspar hatte am Mittwoch angekündigt, dass zur Sanierung des Staatshaushaltes die Einkommensteuersätze 2013 deutlich heraufgesetzt werden.

sda/dapd/AFP/rub

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