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Verworrene Geschichte um einen Schweizer Spion

Der in Deutschland verhaftete Schweizer soll im Auftrag des Schweizer Geheimdienstes deutsche Steuerfahnder ausspioniert haben. Deutsche Politiker wittern bereits den grossen Skandal.

Ab dem Jahr 2008 waren die gemütlichen Zeiten für den Schweizer Finanzplatz vorbei. Nicht nur brachte die US-Hypothekenkrise die Grossbank UBS an den Rand des Kollapses – auch das Bankgeheimnis gerät immer mehr unter Beschuss. Im Bild: Der Paradeplatz in Zürich. (Archivbild)
Ab dem Jahr 2008 waren die gemütlichen Zeiten für den Schweizer Finanzplatz vorbei. Nicht nur brachte die US-Hypothekenkrise die Grossbank UBS an den Rand des Kollapses – auch das Bankgeheimnis gerät immer mehr unter Beschuss. Im Bild: Der Paradeplatz in Zürich. (Archivbild)
Keystone
Die OECD setzt die Schweiz provisorisch auf eine schwarze Liste von Steueroasen. Der Zürcher Paradeplatz gerät ins Visier deutscher Steuerfahnder. Im Bild: Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» macht mit Peer Steinbrücks Kritik am Bankgeheimnis auf. (23. Oktober 2008)
Die OECD setzt die Schweiz provisorisch auf eine schwarze Liste von Steueroasen. Der Zürcher Paradeplatz gerät ins Visier deutscher Steuerfahnder. Im Bild: Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» macht mit Peer Steinbrücks Kritik am Bankgeheimnis auf. (23. Oktober 2008)
Keystone
Konnte offenbar einen Kompromiss aushandeln: Deutscher UBS-Hauptsitz in Frankfurt. (Archivbild)
Konnte offenbar einen Kompromiss aushandeln: Deutscher UBS-Hauptsitz in Frankfurt. (Archivbild)
Keystone
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Der Fall um den angeblichen Schweizer Spion in Deutschland schlägt immer höhere Wellen. Die Vorgeschichte: Am Freitag hatte die deutsche Bundesanwaltschaft in Frankfurt einen Schweizer verhaftet. Grund der Verhaftung: Laut den deutschen Ermittlern war der Mann seit 2012 für den Schweizer Nachrichtendienst tätig.

Jetzt wird klar, dass es sich bei dem Verhafteten um Daniel M. handelt. Am Montag brachte dessen Schweizer Anwalt, Valentin Landmann, etwas Licht ins Dunkel: Laut Landmann werfen die deutschen Ermittler M. vor, für den Schweizer Nachrichtendienst gegen deutsche Steuerfahnder ermittelt zu haben.

Damit wird klar, dass der Fall im Zusammenhang steht mit der Affäre um gestohlene CDs mit Schweizer Bankdaten. Die CDs sollen in den Jahren nach 2010 an deutsche Steuerfahnder verkauft worden sein.

Landmann: Gefälschte Steuerdaten angebotenen

Der Fall ist noch verwirrlicher: Nicht nur deutsche Ermittler, sondern auch die Schweizer Bundesanwaltschaft führt ein Verfahren gegen Daniel M. Die Schweizer Bundesanwaltschaft wirft ihm pikanterweise vor, Bankdaten an deutsche Steuerfahnder weiterverkauft zu haben.

Die angebotenen Steuerdaten waren aber laut Anwalt Landmann gefälscht. Laut Landmann hat M. denn auch bloss als Agent Provocateur im Auftrag des Schweizer Geheimdienstes gehandelt. Seine Aufgabe soll gewesen sein, herauszufinden, welche deutschen Steuerfahnder bereit sind, solche Daten zu kaufen.

In Deutschland empören sich die Politiker bereits. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat die mutmassliche Ausforschung deutscher Steuerfahnder durch einen Schweizer Spion scharf verurteilt. Falls das stimme, sei das ein echter Skandal, sagte sie ­am Montag.

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