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Ukrainer wollen den «Schokoladenkönig»

Der Multimillionär Pjotr Poroschenko hat laut einer Umfrage im Rennen um die Präsidentschaft in der Ukraine einen grossen Vorsprung.

Würde laut Umfragen sowohl im ersten Wahlgang als auch in einer Stichwahl siegen: Petro Poroschenko nach einem Treffen mit britischen Parlamentariern in London. (26. März 2014)
Würde laut Umfragen sowohl im ersten Wahlgang als auch in einer Stichwahl siegen: Petro Poroschenko nach einem Treffen mit britischen Parlamentariern in London. (26. März 2014)
Keystone

Pjotr Poroschenko, d 48-jährige Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Euro, läge bei der Abstimmung am 25. Mai deutlich vor der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko und dem Ex-Boxprofi Vitali Klitschko. Das teilten heute mehrere ukrainische Meinungsforschungsinstitute nach einer gemeinsamen repräsentativen Befragung mit. Poroschenko gilt als Co-Financier der jüngsten Revolution auf dem Maidan - und der von 2004.

Bei der Präsidentenwahl würde er aktuell auf 24,9 Prozent der Stimmen kommen, Timoschenko und Klitschko jeweils auf etwa 9 Prozent. Aus einer Stichwahl würde Poroschenko zurzeit als klarer Sieger hervorgehen.

Noch keine offizielle Kandidatur

Allerdings haben bisher weder Poroschenko noch Timoschenko einen Antrag auf Registrierung als Kandidat gestellt. Klitschko hat seine Kandidatur erklärt. Die Frist der Wahlleitung endet an diesem Sonntag.

Poroschenko gehören der Fernsehsender 5. Kanal sowie der Süsswarenkonzern Roshen, einer der bekanntesten Schokoladenhersteller in der Ukraine. Er war bereits unter anderem Wirtschafts- und Aussenminister sowie Chef des Sicherheitsrates und Mitglied des Zentralbankrates gewesen. Er gilt politisch eher als proeuropäischen.

Gaspreis wird um 50 Prozent erhöht

Unabhängig vom Ausgang der Präsidentschaftswahl kommen auf die Bevölkerung der Ukraine wirtschaftlich harte Zeiten zu. Vorbote ist ein heutiger Entscheid der Übergangsregierung: Die Ukraine will den Erdgaspreis für die Bevölkerung um 50 Prozent erhöhen und damit eine Bedingung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Hilfskredite erfüllen.

Die Erhöhung für ukrainische Haushalte gelte ab dem 1. Mai, zitierten ukrainische Nachrichtenagenturen den Haushalts- und Planungsdirektor des staatlichen Energiekonzerns Naftogas, Juri Kolbutschin. Für regionale Energieunternehmen sollen die Preise demnach ab dem 1. Juli um 40 Prozent steigen. Kolbutschin kündigte zusätzliche Preisanstiege in den kommenden Jahren an. «Wir werden ein Dokument mit einem Zeitplan veröffentlichen für weitere Erhöhungen bis 2018», zitierten ihn ukrainische Medien. Allerdings könne es noch einige geringfügige Änderungen geben.

Der Bankrott droht

Die politisch und wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine ist nach Angaben der Übergangsregierung vom Bankrott bedroht und dringend auf internationale Finanzhilfe angewiesen. Die Regierung in Kiew hofft auf ein bis zu 20 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro) schweres Unterstützungsabkommen mit dem IWF, der im Gegenzug unter anderem ein sofortiges Ende der staatlichen Gassubventionen verlangt. Zu den Forderungen gehört auch ein Bürokratieabbau und verschärfter Kampf gegen Korruption.

Vertreter des Fonds verhandelten heute mit dem ukrainischen Interims-Regierungschef Arseni Jazenjuk. Kiew hofft darauf, das endgültige Hilfsprogramm nächsten Monat in Washington besiegeln zu können. Grünes Licht vom IWF ist auch nötig, um weitere Finanzhilfen der Europäischen Union freizugeben.

SDA/ldc

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