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Ukraine und Separatisten tauschen Gefangene aus

Das Abkommen von Minsk hält ein Versprechen: 139 ukrainische Soldaten und 52 Separatisten wurden ausgetauscht. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko spricht von freigelassenen «Helden».

Weiterhin scheint die Waffenruhe in der Ukraine brüchig zu sein: Prorussische Rebellen verlassen die Stadt Debalzewe. (20.02.2015)
Weiterhin scheint die Waffenruhe in der Ukraine brüchig zu sein: Prorussische Rebellen verlassen die Stadt Debalzewe. (20.02.2015)
Andrey Borodulin, AFP

In Minsk waren vor gut einer Woche neben der Waffenruhe auch der Abzug schwerer Waffen, die Einrichtung einer Pufferzone und der Austausch von Gefangenen vereinbart worden. Ein erster Gefangenenaustausch fand statt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bestätigte den Austausch via Twitter.

139 ukrainische Soldaten und 52 prorussische Separatisten wurden an der Frontlinie in der Region Lugansk der jeweils anderen Konfliktpartei übergeben, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der Westen und die Ukraine werfen Russland weiterhin vor, die Rebellen mit Waffen und Soldaten zu unterstützen. Wie US-Aussenminister John Kerry bei einem Besuch in London sagte, erwägen die USA und Grossbritannien deshalb «zusätzliche Sanktionen» gegen Russland.

Greifen die prorussischen Separatisten bald Mariupol an?

Die ukrainischen Streitkräfte werfen den prorussischen Separatisten vor, ihre Einheiten nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol zu verstärken.

Die Armee sei aber auf einen Rebellenangriff auf die fast 500'000 Einwohner zählende Stadt vorbereitet, sagte Militärsprecher Andrej Lisenko am Samstag. Die Stadt liegt zwischen der russischen Grenze und der von Russland annektierten Halbinsel Krim.

Die Separatisten würden Kämpfer, Waffen und militärische Ausrüstung in die Region Mariupol bringen, sagte Lisenko weiter. Offenbar sei ein Angriff geplant. Rund um die Uhr würden Truppenbewegungen und Sabotageakte beobachtet. In der Ostukraine seien in den vergangenen 24 Stunden ein Soldat getötet und 40 weitere verletzt worden.

Bereits am Freitag hatte das ukrainische Militär erklärt, russische Panzer und Kämpfer hätten unweit von Nowoasowsk südöstlich von Mariupol die Grenze passiert. Allerdings gab es vor Ort keine Hinweise auf zusätzliche Panzer und Soldaten aus dem Nachbarland.

Separatisten weisen Berichte zurück

Separatisten in der Gegend wiesen die Angaben als falsch zurück. Sie hielten sich an die von Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine ausgehandelte Waffenruhe und hätten gemäss Abkommen auch die schwere Artillerie aus der Gegend um Mariupol zurückgezogen.

Eine Einnahme durch die Separatisten würde mit grosser Wahrscheinlichkeit die in Minsk ausgehandelten Feuerpause endgültig zum Scheitern bringen. Der Westen befürchtet, die Separatisten könnten mit russischer Hilfe eine Landverbindung zur Krim erobern.

Drei Tage nach dem erzwungenen Rückzug der ukrainischen Einheiten aus der ostukrainischen Stadt Debalzewo gab Kiew Einzelheiten zur militärischen Niederlage bekannt. Bei den Kämpfen um Debalzewo waren demnach seit Mitte Januar mindestens 179 Soldaten getötet worden.

Weitere 81 Soldaten würden noch vermisst, teilte der Präsidentenberater Juri Birjukow am Samstag mit. Die Gefechte um die wochenlang belagerte Stadt waren für die ukrainische Armee damit die verlustreichste Schlacht seit Beginn des Konflikts im vergangenen April.

Der Bahnknotenpunkt Debelzewo liegt zwischen den beiden Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk. In der Stadt waren seit Mitte Januar tausende ukrainische Soldaten eingekesselt. Am Mittwoch gab sich die ukrainische Armee nach wochenlangen Kämpfen geschlagen und zog sich aus der strategisch wichtigen Stadt zurück.

Anti-Kiew-Demonstration in Moskau

Ein Jahr nach dem Machtwechsel in der Ukraine demonstrierten in Moskau Tausende gegen den EU- und NATO-Kurs der neuen Regierung im Nachbarland. «In der Maidan-Bewegung konzentriert sich alles Antirussische», sagte eine Rednerin am Samstag auf einer Bühne in der Nähe des Kreml.

Die Proteste auf dem Maidan in Kiew seien vom Westen angestiftet worden. Das russische Innenministerium sprach von 40'000 Demonstranten. Der vor einem Jahr als ukrainischer Präsident gestürzte Viktor Janukowitsch meldete sich in seinem russischen Exil zu Wort und forderte von Kiew, den prorussischen Separatisten Selbstverwaltung zu garantieren.

SDA/rsz

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