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«Tschatajew ist für den Anschlag verantwortlich»

Der Kopf hinter der Attacke auf den Istanbuler Flughafen ist laut einem US-Sicherheitspolitiker Teil des IS-Kriegsministeriums. In Schweden wurde er wegen Waffenschmuggels verurteilt.

Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)
Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)
EPA/Sedat Suna, Keystone
Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)
Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)
Keystone
Sämtliche Flüge am Flughafen Atatürk wurden nach dem Angriff gestrichen: Passagiere mit ihrem Gepäck warten vor dem Flughafen.
Sämtliche Flüge am Flughafen Atatürk wurden nach dem Angriff gestrichen: Passagiere mit ihrem Gepäck warten vor dem Flughafen.
Ozan Kose, AFP
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Der Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Flughafen soll nach US-Erkenntnissen von einem tschetschenischen IS-Extremisten organisiert worden sein, der sich auch in Deutschland aufhielt. Der Vorsitzende des Heimatschutzausschusses im US-Repräsentantenhaus, Michael McCaul, sagte dem Sender CNN heute, es handle sich um Achmed Tschatajew. Wo sich der Mann aufhalte, sei nicht klar. Er sei aber oft nach Syrien gereist. «Er ist wohl Russlands Feind Nummer 1 im Nordkaukasus», sagte McCaul zu CNN.

McCaul sagte, Tschatajew sei bekannt als führender Kopf des Kriegsministeriums der Terrormiliz Islamischer Staat, die Teile Syriens und des Iraks kontrolliert. Der Name Tschatajew war bereits in türkischen und schwedischen Medien im Umlauf, die Türkei hat ihn aber vorerst nicht bestätigt.

In Schweden verurteilt

In Schweden wurde Tschatajew im März 2008 zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er eine Maschinenpistole, zwei Pistolen, Munition und Schalldämpfer ins Land schmuggeln wollte. Er und zwei Begleiter seien mit einer Autofähre aus Deutschland eingereist, heisst es in Gerichtsakten aus Ystad, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen. Tschatajew habe behauptet, keine Ahnung von den im Kofferraum verstecken Waffen gehabt zu haben. Im Januar 2009 wurde er freigelassen.

Die türkischen Behörden hatten den IS sofort hinter dem Attentat vermutet, bei dem drei Terroristen am Dienstagabend 44 Menschen mit in den Tod rissen und mehr als 230 weitere verletzten. Die Behörden erklärten aber nur, dass die drei Selbstmordattentäter aus Russland sowie aus den zentralasiatischen Staaten Usbekistan und Kirgistan stammten.

Zwei Tschetschenien-Kriege

Die meisten Tschetschenen sind Muslime und leben im Kaukasus. Unabhängigkeitsbestrebungen unterdrückte die Moskauer Zentralregierung in zwei Feldzügen. Der bekannteste Vertreter dieser Volksgruppe beim IS war Omar al-Schischani («Omar der Tschetschene»), der als Kommandeur in Syrien kämpfte und nach US-Angaben im März bei einem Luftangriff tödlich verletzt wurde.

Aus türkischen Regierungsquellen verlautete am Freitag, der mutmassliche Drahtzieher eines früheren, Kurden zugeschriebenen Attentats sei getötet worden. Der Verdächtige sei in Lice in der überwiegend kurdischen Provinz Diyarbakir tödlich getroffen worden, heisst es. Einzelheiten wurden nicht genannt. Er soll hinter der Attacke vom 17. Februar auf Militärangehörige in Ankara stehen, bei der 29 Menschen umkamen. Zu der Tat bekannte sich eine Splittergruppe der kurdischen Arbeiterpartei PKK.

AP/rub

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