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Timoschenko will Präsidentin werden

Sie gilt als Ikone – und hat sich doch mit umstrittenen Äusserungen angreifbar gemacht. Nun will Julija Timoschenko ins höchste Staatsamt der krisengeschüttelten Ukraine.

Will ukrainische Präsidentin werden: Die frühere Ministerpräsidentin Julija Timoschenko vor einer ukrainischen Flagge. (9. März 2010)
Will ukrainische Präsidentin werden: Die frühere Ministerpräsidentin Julija Timoschenko vor einer ukrainischen Flagge. (9. März 2010)
Efrem Lukatsky, Keystone
Hände schütteln: Julija Timoschenko mit dem EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle bei einem Treffen in Kiew. (26. März 2014)
Hände schütteln: Julija Timoschenko mit dem EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle bei einem Treffen in Kiew. (26. März 2014)
Olexander Prokopenko, Keystone
Freudentränen nach der Freilassung.
Freudentränen nach der Freilassung.
Reuters
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Die frühere ukrainische Regierungschefin Julija Timoschenko hat ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 25. Mai erklärt. Sie werde die Kandidatin der ukrainischen Einheit, erklärte die 53-Jährige. «Ich werde alles tun, damit unsere zweite europäische Revolution nicht zu Misstrauen, Depression und Enttäuschung führt», sagte sie. «Ich werde jeden Tag daran arbeiten, mich des Vertrauens würdig zu erweisen, das mir vom Volk entgegengebracht wird.»

Mit ihrer Bewerbung war allgemein gerechnet worden. Timoschenko gilt als Ikone der Orangen Revolution von 2004, ist aber auch sehr umstritten. Nach politischen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch sass sie zwischen 2011 und Februar 2014 unter zweifelhaften Umständen in Haft. Sie war wegen Machtmissbrauchs bei einem Erdgasgeschäfts verurteilt worden, sprach aber selbst von politischer Rache.

50'000 Menschen auf dem Maidan

Erst nach der Flucht Janukowitschs und dem Umsturz in Kiew im Februar kam Timoschenko frei. Unmittelbar darauf deutete sie bereits ihr Interesse an einer Präsidentschaftskandidatur an und hielt vor etwa 50'000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan eine viel beachtete Rede. Ihr Vertrauter Alexander Turtschinow fungiert derzeit als Übergangspräsident des krisengeschüttelten Landes.

Allerdings hatte sich Timoschenko während der Haft ein schweres Rückenleiden zugezogen und musste nach ihrer Freilassung im Rollstuhl sitzen. Sie liess sich Anfang März in der Berliner Charité behandeln und kehrte erst vor wenigen Tagen nach Kiew zurück. Das Krankenhaus teilte mit, die Behandlung habe Timoschenkos Schmerzen drastisch reduziert, und sie könne nun ihr rechtes Bein besser nutzen.

Seit ihrer Rückkehr hat sie vor allem mit einem abgehörten Telefongespräch Schlagzeilen gemacht, in dem sie eine Todesdrohung gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgestossen haben soll. Die Bundesregierung, die sich lange für die Freilassung Timoschenkos und ihre Behandlung im Ausland eingesetzt hatte, verurteilte diese Äusserung diese Woche.

AFP/mrs

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