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SVP-Schaf taucht auch in Chemnitz auf

«Kriminelle.. Ausländer raus!» steht auf einem Transparent rechter Demonstranten, darunter das berühmte Schaf-Sujet der Volkspartei.

Bekanntes Sujet, neuer Einsatz: Das Die Schäfchen, wie wir sie vom SVP-Plakat kennen, werden auch an der Demonstration am Montagabend in Chemnitz gezeigt.
Bekanntes Sujet, neuer Einsatz: Das Die Schäfchen, wie wir sie vom SVP-Plakat kennen, werden auch an der Demonstration am Montagabend in Chemnitz gezeigt.
ODD ANDERSEN, AFP

Bei Protesten rechter und linker Demonstranten in der ostdeutschen Stadt Chemnitz sind am Montagabend sechs Menschen verletzt worden. Aus beiden Lagern wurden Feuerwerkskörper und Gegenstände geworfen. Und mittendrin taucht auch das Schafplakat-Sujet der SVP wieder auf. «Ein Schaf geht um in Europa», schreibt ein Twitter-User:

Das Schafplakat der SVP dreht seine Tour durch Europa also weiter. Vor Jahren setzte die Nationale Partei in Tschechien das Schäfchen-Sujet der SVP zu Propagandazwecken ein. Aufgetaucht war das Tier auch schon in Italien: Dort verwendete es die rechtspopulistische Lega Nord in der grünen Parteifarbe für eine Kampagne. In Deutschland wiederum wurde das Sujet früher einmal von der rechtsradikalen NDP kopiert, in Spanien von der Ultrarechten «Democracia Nacional».

Seinen Ursprung hat das Schafplakat (ein weisses Schaf stösst ein schwarzes Schaf über die Grenze) in Politkampagnen der SVP von 2007. Es wurde von der Volkspartei im Wahlkampf sowie im Abstimmungskampf zur Ausschaffungsinitiative verwendet.

Genau genommen stammt das berühmt gewordene Schaf nicht aus der SVP-Parteiküche: Entworfen hat es ein englischer Grafiker, die Dübendorfer Werbeagentur Goal hatte das Tier gefunden und das Motiv für die SVP entworfen.

Bildstrecke: So ging die SVP in den letzten Jahren auf Stimmenfang

Das Schafplakat der SVP in der Wahlkampagne von 2007.
Das Schafplakat der SVP in der Wahlkampagne von 2007.
Alessandro Della Bella, Keystone
Politische Provokation: SVP-Plakat gegen die Masseneinwanderung und ein Transparent gegen ein etwas ausserhalb von Fischbach LU geplantes Asylzentrum. (19. September 2011)
Politische Provokation: SVP-Plakat gegen die Masseneinwanderung und ein Transparent gegen ein etwas ausserhalb von Fischbach LU geplantes Asylzentrum. (19. September 2011)
Keystone
Der damalige SVP-Parteipräsident Ueli Maurer (l.) und Nationalrat Jean Fattebert (SVP, VD) präsentieren in Bern die Plakate gegen den Schengen-/EU-Beitritt. (5. April 2005)
Der damalige SVP-Parteipräsident Ueli Maurer (l.) und Nationalrat Jean Fattebert (SVP, VD) präsentieren in Bern die Plakate gegen den Schengen-/EU-Beitritt. (5. April 2005)
Monika Flückiger
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Anlass des Protestes und einer Gegendemonstration in Chemnitz waren gewalttätige Ausschreitungen am Wochenende am Rande des Stadtfestes in Chemnitz. Dabei war ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden, zwei weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen. Gegen einen 23 alten Syrer und einen 22 Jahre alten Mann aus dem Irak wurde am Montag Haftbefehl wegen Totschlages erlassen.

Die Bluttat wurde Auslöser für fremdenfeindliche Ausschreitungen in der Stadt bereits am Sonntag. Nach einer von der AfD organisierten Spontankundgebung mit rund 100 Teilnehmern zogen am Sonntagnachmittag dann rund 800 Menschen durch die Innenstadt. Dazu aufgerufen hatte eine rechtsextreme Hooligangruppe. Die Situation hatte sich hochgeschaukelt, auch befeuert durch Gerüchte in den sozialen Netzwerken.

* mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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