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Staatsanwalt warnt vor nächstem Terroranschlag

Der Serien-Mörder von Toulouse und Montauban geht bei seinen Taten äusserst kaltblütig vor. Seine Identität ist weiterhin unklar, die Angst vor einer nächsten Tat wird aber immer grösser.

Eine Stadt steht still: Schweigeminute auf dem Rathausplatz in Toulouse. (20. März 2012)
Eine Stadt steht still: Schweigeminute auf dem Rathausplatz in Toulouse. (20. März 2012)
Reuters
Beerdigung im Heimatland: Verwandte der Opfer auf dem Flughafen von Toulouse. Von dort werden die getöteten Kinder nach Israel gebracht. (20. März 2012)
Beerdigung im Heimatland: Verwandte der Opfer auf dem Flughafen von Toulouse. Von dort werden die getöteten Kinder nach Israel gebracht. (20. März 2012)
AFP
Der Täter floh Augenzeugen zufolge auf einem Motorroller.
Der Täter floh Augenzeugen zufolge auf einem Motorroller.
AFP
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Der Serientäter, der in der Region von Toulouse in Südfrankreich vermutlich sieben Menschen auf dem Gewissen hat, tötete alle seine Opfer aus nächster Nähe mit Kopfschüssen. Er habe aus so kurzer Entfernung geschossen, dass die Opfer Verbrennungen an der Haut hätten, erklärte am Dienstag Staatsanwalt Francois Molins. Hunderte Polizisten sind an der Fahndung nach dem Täter beteiligt. Bislang gebe es aber nur wenige Hinweise, sagte Molins.

Die Motive und Identität des Täters sind weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft von Paris befürchtet jedoch, dass der Mann erneut zuschlagen könnte. Es handle sich um einen «extrem entschlossenen» und «kaltblütigen» Täter, sagte Molins. Er hob mehrfach hervor, dass sämtlichen Spuren nachgegangen werde und dass derzeit keine Spur als vorrangig anzusehen sei. Er verwies aber auf die Möglichkeit eines rassistischen oder antisemitischen Verbrechens.

«Die Opfer sind unschuldig»

Mit einer Schweigeminute an allen Schulen des Landes hat Frankreich heute der Opfer des Anschlags gedacht. Die Toten sollten am Abend mit dem Flugzeug nach Israel überführt werden. Dort sollen der Religionslehrer, seine beiden vier und fünf Jahre alten Söhne sowie das siebenjährige getötete Mädchen am Mittwoch bestattet werden.

Staatspräsident Nicolas Sarkozy nahm in einer Pariser Schule gemeinsam mit Bildungsminister Luc Chatel an der von ihm angeordneten Schweigeminute teil. «Alle Schüler, wir alle, sind betroffen durch das, was passiert ist», sagte Sarkozy vor Schülern und Lehrern. «Diese Kinder sind wie ihr, die Opfer sind unschuldig.» Auch Sarkozys sozialistischer Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, François Hollande, nahm in einer Schule an einer Schweigeminute teil.

Sarkozy hatte am Vortag für die betroffene Region die höchste Alarmstufe eines Anti-Terror-Plans «Vigipirate» ausgelöst. Damit patrouillieren ab sofort Militärs und Polizisten an allen öffentlichen Plätzen, die kommunale Polizei wird bewaffnet. Alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen werden besonders gesichert.

Keine Spur vom Video

Hunderte Polizisten beteiligten sich an der Fahndung nach dem Täter. Dieser wird auch mit zwei Mordanschlägen der vergangenen Woche auf drei Soldaten in derselben Region in Verbindung gebracht, die aus Nordafrika und der französischen Karibik stammten. Jedes Mal beschrieben Zeugen den Täter als einen schwarz gekleideten Mann, der auf einem Motorroller flüchtete. Zudem wurde bei allen Anschlägen dieselbe Waffe benutzt.

Nach Angaben von Innenminister Claude Guéant filmte der Täter seinen Angriff vom Montag. Der Schütze habe eine kleine Kamera «um die Brust geschnallt» gehabt, sagte Guéant. Die Behörden durchsuchten deshalb das Internet nach einem entsprechenden Video. Bisher seien jedoch keine Spuren entdeckt worden, hiess es.

Neben der These, dass ein rechtsextremer Soldat oder Ex-Soldat die Morde beging, wird auch überprüft, ob es ein islamistischer Einzeltäter sein könnte. Juden und Muslime wollen angesichts der Bluttat Geschlossenheit demonstrieren. Sie planen für Sonntag einen gemeinsamen Schweigemarsch in Paris.

(sda/dapd)

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