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«So etwas könnte Guttenberg das Amt kosten»

Die politische Karriere des deutschen Verteidigungsministers ist durch die Plagiatsvorwürfe ernsthaft bedroht, meint Parteienforscher Gerd Langguth. Ein solcher Fall sei schwerwiegender als jede politische Krise.

Unter Druck: Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Unter Druck: Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Keystone

«Sollte eine Schummelei wirklich vorliegen und durch den entsprechenden Ausschuss der Universität bestätigt werden, könnte zu Guttenberg so etwas eher das Amt kosten als eine so politisch schwerwiegende Frage wie Kundus», sagt Gerd Langguth, Professor an der Universität Bonn, gegenüber dem «Handelsblatt».

Er betonte: «Denn wenn wirklich persönliches Fehlverhalten nachgewiesen werden kann, kratzt das an der eigenen Ehre und wiegt schwerer, als Entscheidungen Dritter im Rahmen der Arbeit der Bundeswehr.» Der Verteidigungsminister war wegen Informationspannen nach einem Bundeswehr-Luftangriff im afghanischen Kundus in die Kritik geraten. Unter Druck geriet er unlängst auch, weil auf dem Segelschulschiff «Gorch Fock» chaotische Zustände nach dem Tod einer Kadettin geherrscht haben sollen. Dazu kamen ein mysteriöser Schiessunfall in Afghanistan und geöffnete Feldpost.

Hoffnung für Guttenberg

Vorgänge dieser Art beeinträchtigen nach Langguths Ansicht auch die Koalition insgesamt. «Jede Affäre eines Regierungsmitglieds ist eine Belastung der Koalition», sagte er. «Aber wenn jemand so etwas übersteht, ist es am ehesten der Freiherr zu Guttenberg, zumal er der CSU angehört und sich die Frage stellt, wie sich dann der unberechenbare Ministerpräsident Seehofer entscheidet.» Halte er an zu Guttenberg fest, werde dieser «kaum wackeln».

dapd/jak

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