Mutmasslicher Jihadist war K1-Schweizer-Meister

Die italienischen Behörden haben bei Terrorermittlungen mehrere Personen festgenommen. Dabei wurden auch Pläne für einen möglichen Anschlag in Rom aufgedeckt.

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Die italienischen Behörden haben mit der Festnahme von vier Verdächtigen möglicherweise ein Attentat vereitelt. Bei Terrorermittlungen seien Pläne für einen möglichen Anschlag in Rom aufgedeckt worden, sagte der Mailänder Staatsanwalt Maurizio Romanelli heute.

Ein aus Marokko stammender und in Italien lebender Mann habe von einem Kämpfer des sogenannten Islamischen Staats den Auftrag für eine Attacke erhalten. Dieser Angriff stand aber nach Angaben von Romanelli nicht unmittelbar bevor. Die auf die Untersuchung ausländischer extremistischer Kämpfer in Italien spezialisierten Ermittler hätten schnell zugegriffen, sagte er.

Angriffsziel Vatikan?

Gemäss «20 minuti» befindet sich unter den Verdächtigen der frühere K1-Schweizer-Meister Moutaharrik A. Der Sportler habe 2013 regelmässig in einem Fitnessstudio in Canobbio im Tessin trainiert. Der Verantwortliche des Studios sagte gegenüber der Zeitung, Moutaharrik A. habe einen sympathischen Eindruck hinterlassen. «Er hat sich mit allen gut verstanden und kam immer wieder mit seinem Kind zum Training.»

Letztes Jahr habe A. das Studio dann aber ohne Erklärung verlassen. «Ich habe erfolglos versucht, ihn zu kontaktieren. Er kam nie mehr zurück, um uns zu erklären, warum er uns verlassen hatte – was Probleme verursachte. Er sollte eigentlich bei Kampfsport-Programmen mitmachen.»

Die Zeitung berichtet zusätzlich von einer Audionachricht, in der A. angeblich sein Angriffsziel nennt: «In diesem Italien der Kreuzritter, ich schwöre, ich werde der Erste sein, der sie im Vatikan angreift, so Gott will.» Die Aufnahme sei am 25. März von seinem Handy an einen Freund verschickt worden.

Weitere Festnahmen

Haftbefehl wurde zudem gegen ein Paar erlassen, das mit seinen Kindern im Alter von zwei und vier Jahren in das IS-Gebiet reisen wollte. Ein zweites Paar, das mit seinen Kindern bereits vergangenes Jahr dorthin aufgebrochen war, wurde zur Fahndung ausgeschrieben.

pat/sda

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