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Schwere Waffen werden aus der Ostukraine abgezogen

Während noch ein Terroranschlag die Stadt Charkow erschüttert, haben Rebellen und Regierung sich über den Waffenabzug geeinigt. Der Friedensplan von Minsk wird langsam umgesetzt.

Bereits vier Beteiligte wurden gemäss Regierungsangaben festgenommen: Ukrainische Militärs helfen einem verwundeten Kollegen. (22.02.2015)
Bereits vier Beteiligte wurden gemäss Regierungsangaben festgenommen: Ukrainische Militärs helfen einem verwundeten Kollegen. (22.02.2015)
Youtube / Lena Podlugnaya

Trotz wiederholter Brüche der Waffenruhe in der Ostukraine kommt die Umsetzung des Friedensplans von Minsk offenbar langsam voran: Die ukrainische Armee und die Separatisten vereinbarten, mit dem Abzug schwerer Waffen zu beginnen. Zudem wurden wie vereinbart Gefangene ausgetauscht.

Die Dokumente zum Beginn des Abzugs schwerer Waffen «von der gesamten Frontlinie» seien unterzeichnet worden, teilte der ukrainische General Olexander Rosmasnin mit. Die Separatisten bestätigten die Angaben. Der Rebellenkommandant Eduard Basurin sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass, der Abzug der Waffen solle vorbereitet werden und am Dienstag beginnen.

Der Rückzug ist Teil des vor zehn Tagen in in der weissrussischen Hauptstadt Minsk unterzeichnete Abkommens. Gemäss diesem hätte der Abzug der schweren Waffen eigentlich schon am vergangenen Dienstag beginnen sollen.

Terroranschlag bei Charkow fordert Todesopfer

Bei einer Explosion während eines Gedenkmarsches in der ostukrainischen Stadt Charkow sind mindestens drei Menschen getötet worden. Zehn weitere wurden verletzt, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei bekannt gaben.

Die Marschierenden rufen Parolen und dann explodiert die Bombe. Achtung, eventuell verstörende Bilder. (Quelle: Youtube / Lena Podlugnaya)

Der Sprengsatz sei aus einem fahrenden Auto in die Menschenmenge geworfen worden, teilte die Staatsanwaltschaft unter Berufung auf Augenzeugen mit. Die Polizei bezeichnete die Tat als Terroranschlag, ohne nähere Angaben zu machen. Charkow liegt in dem Gebiet unter Kontrolle der ukrainischen Armee.

Vier Beteiligte festgenommen

Spezialeinheiten haben mit einer «Anti-Terror-Operation» in der Millionenstadt begonnen. «Vier Beteiligte an der Sprengung wurden festgenommen und zahlreiche Waffen, darunter ein Granatwerfer, sichergestellt», teilte der Sicherheitsrat in Kiew örtlichen Medien zufolge mit. Bei der Explosion in der zweitgrössten Stadt des Landes waren auch mindestens neun Menschen verletzt worden. Zunächst hatten die Behörden von drei Toten gesprochen.

Der Ort des Bombenanschlags liegt etwa 300 Kilometer von Luhansk entfernt. (Quelle: Google Maps)
Der Ort des Bombenanschlags liegt etwa 300 Kilometer von Luhansk entfernt. (Quelle: Google Maps)

Grund der Detonation soll ersten Ermittlungen zufolge ein selbst gebauter Sprengsatz gewesen sein. Zu der Explosion war es bei einem «Marsch der Einheit» regierungstreuer Kräfte gekommen.

Im Januar waren dort bei einer Granatexplosion inmitten einer Gruppe von Nationalisten mehrere Menschen verletzt worden. Behördenvertreter machten damals prorussische Separatisten dafür verantwortlich. Die Stadt ist vom Konfliktgebiet in der Ostukraine mehr als 200 Kilometer weit entfernt.

SDA/rsz

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