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Rentenminister tritt zurück

Die Woche beginnt nicht gut für Frankreichs Regierung. Jean-Paul Delevoye, der seit Monaten die Rentenreform vorbereitet und im September in den Rang eines ­Ministers erhoben wurde, ist am Montag zurückgetreten. Präsident Emmanuel Macron habe den Rücktritt «mit Bedauern ­akzeptiert», heisst es aus dem Élysée. Delevoye war vergangene Woche in Bedrängnis geraten.

Der 72-Jährige hatte «vergessen», so Delevoye, diverse Nebentätigkeiten und Ehrenämter zu deklarieren. Bereits vor einer Woche berichtete die Zeitung «Le Parisien», dass ­Delevoye enge Verbindungen zur Ausbildungseinrichtung eines privaten Versicherungsunternehmens unterhielt und dort als ehrenamtlicher ­Mitarbeiter geführt wurde.

Gewerkschaften und Opposition werfen Delevoye seitdem vor, einen Interessenkonflikt verschleiert zu haben. Private Versicherer verfolgen die von Delevoye vorbereitete Rentenreform aufmerksam, da sich der Markt für die private Altersvorsorge vergrössern könnte. Delevoye hat ­zudem versäumt, Einkünfte zu deklarieren, die er als Präsident eines Thinktanks bezieht und die monatlich bei mehr als 5000 Euro liegen. Delevoyes Rücktritt erfolgt einen Tag bevor das Kräfte­messen zwischen Gewerkschaften und Regierung in eine neue Runde geht. Für heute Dienstag ­haben alle Gewerkschaften zum Streik und zu einer Grossdemonstration aufgerufen. (nap)

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