Rechtsextremisten patrouillieren in Amberg

Nach dem Angriff auf Passanten in der bayerischen Stadt ist der Bürgermeister «schockiert» über Hass und Gewaltandrohungen.

Der Bahnhof von Amberg: Im bayerischen Ort liegen die Nerven blank. (2. Januar 2019)

Der Bahnhof von Amberg: Im bayerischen Ort liegen die Nerven blank. (2. Januar 2019)

(Bild: Keystone Armin Weigel)

Nach den mutmasslich von Asylbewerbern verübten Angriffen auf Passanten im bayerischen Amberg haben sich offenbar rechte Bürgerwehren in der Stadt formiert. Es seien im Stadtgebiet patrouillierende Gruppen beobachtet worden, sagte Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) der «Mittelbayerischen Zeitung» (Donnerstagausgabe). Die NPD Nürnberg veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite Fotos, die vier Menschen in Schutzwesten dabei zeigen, wie sie durch Amberg ziehen.

Cerny äusserte sich «schockiert» über die Reaktionen auf die Gewalttat. «Ich kann die Verunsicherung, wie ich sie in manchen Reaktionen von Ambergern sehe, durchaus verstehen, aber dieser Hass und die Gewaltandrohungen, die nun aus der ganzen Republik kommen, gehen mir zu weit.»

Am Samstagabend waren in der oberpfälzischen Stadt zwölf Menschen attackiert und verletzt worden, ein 17-Jähriger wurde wegen einer Kopfverletzung stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Gegen vier Beschuldigte im Alter von 17 bis 19 Jahren wurde Haftbefehl erlassen; sie stammen aus Afghanistan, Syrien und dem Iran. Nach Angaben der Polizei standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss, als sie die Passanten attackierten.

fal/afp

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