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Rechtsextreme instrumentalisieren Protest gegen Homo-Ehe

In Paris gingen rund 150'000 Gegner der Homo-Ehe auf die Strasse. Unter die Demonstranten mischten sich auch gewaltbereite Rechtsextremisten. 36 Personen, grösstenteils Polizisten, wurden verletzt.

Stehe für die klassische Familie ein: Eine Gruppe junger Frauen ziehen als Marianne mit Jakobinermütze durch Paris. (26. Mai 2013)
Stehe für die klassische Familie ein: Eine Gruppe junger Frauen ziehen als Marianne mit Jakobinermütze durch Paris. (26. Mai 2013)
Keystone
Heizten die Stimmung zusätzlich an: Mitglieder der rechtsextremen Partei GUD (Groupe Union Defense). (26. Mai 2013)
Heizten die Stimmung zusätzlich an: Mitglieder der rechtsextremen Partei GUD (Groupe Union Defense). (26. Mai 2013)
AFP
Werden regelmässig festgenommen: Zwei Frauen werden in Moskau während einer Demonstration für mehr Rechte für Homosexuelle von der Polizei abgeführt. (24. Mai 2013)
Werden regelmässig festgenommen: Zwei Frauen werden in Moskau während einer Demonstration für mehr Rechte für Homosexuelle von der Polizei abgeführt. (24. Mai 2013)
Keystone
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Im Anschluss an eine Grossdemonstration gegen die Homo-Ehe ist es in Paris gestern Abend zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Über 300 Personen wurden festgenommen, 36 Menschen erlitten leichte Verletzungen. Bei Opfern handle es sich um 34 Polizisten, einen Demonstranten und einen Journalisten, sagte Innenminister Manuel Valls heute im Sender Canal .

Demnach wurden über das gesamte Wochenende bei Protesten von Gegnern der Homo-Ehe mehr als 350 Menschen festgenommen, 250 von ihnen blieben zunächst im Polizeigewahrsam. Laut der Polizei wurden allein gestern Abend mehr als 290 Menschen festgenommen.

Veranstalter: Mehr als eine Million Teilnehmer

Bei einer Grossdemonstration gegen die vor rund einer Woche in Frankreich offiziell eingeführte Homo-Ehe waren gestern laut Polizei 150'000 Menschen in Paris auf die Strasse gegangen. Die Veranstalter sprachen von mehr als einer Million Teilnehmern.

Während die Demonstration grossteils friedlich verlief, lieferten sich hunderte Randalierer nach Ende des Demonstrationszugs nahe des Pariser Invalidendoms heftige Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.

4500 Polizisten im Einsatz

Die Randalierer bewarfen Polizisten und Journalisten mit Flaschen, Steinen und Rauchbomben und skandierten «Frankreich den Franzosen» sowie «Diktatur der Sozialisten». Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Ein Grossaufgebot von 4500 Beamten war im Einsatz.

Innenminister Valls machte rechtsextreme Gruppen für die Gewalt verantwortlich. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Homo-Ehe mitgelaufen und hatten anschliessend randaliert.

Zu der Demonstration vom Wochenende hatte die Organisation «Demo für alle» aufgerufen, die seit Monaten gegen das Gesetz der «Ehe für alle» mobil macht. Eine erzkatholische Gruppierung versammelte sich zu einer separaten Kundgebung. An den Kundgebungen beteiligten sich auch Politiker der konservativen Oppositionspartei UMP und der rechtsextremen Partei Front National.

Historische Homo-Eheschliessung

Das Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe, eines der zentralen Wahlversprechen des sozialistischen Staatschefs François Hollande, war Ende April vom Parlament endgültig beschlossen worden. Es trat am 18. Mai in Kraft. Das Gesetz räumt Homosexuellen neben der Eheschliessung auch ein Adoptionsrecht ein. Gegen die Reform liefen die konservative Opposition und die katholische Kirche Sturm.

Die erste Homo-Ehe soll am Mittwoch in der südfranzösischen Stadt Montpellier geschlossen werden. Die Behörden befürchten bei Trauungen von Schwulen und Lesben Störaktionen radikaler Gegner.

SDA/chk

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