Zum Hauptinhalt springen

Putin lässt Proteste in Sotschi zu

Der Countdown läuft: In fünf Wochen beginnen in Sotschi die Olymischen Winterspiele. Nachdem Putin zunächst die «totale Kontrolle» angekündigt hatte, will er jetzt die Sicherheitsvorkehrungen lockern.

Demonstrationen müssen bis ins kleinste Detail mit der Stadt Sotschi abgesprochen werden: Putin blickt während einer Neujahrsfeier auf die Uhr. (31. Dezember 2013)
Demonstrationen müssen bis ins kleinste Detail mit der Stadt Sotschi abgesprochen werden: Putin blickt während einer Neujahrsfeier auf die Uhr. (31. Dezember 2013)
Keystone

Fünf Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi hat der russische Präsident Wladimir Putin die scharfen Sicherheitsvorkehrungen ein wenig gelockert. Protestgruppen haben nun doch Gelegenheit zu Demonstrationen, müssten diese aber bis ins kleinste Detail mit der Stadt Sotschi absprechen.

Ein entsprechendes Dekret habe Putin unterzeichnet, teilte der Kreml heute in Moskau mit. Der Inlandsgeheimdienst FSB hatte die Änderung bereits angedeutet. Diese seien nötig, um der Olympischen Charta gerecht zu werden, hatte der FSB betont.

Das IOC bewertete die Lockerung durch Putin als positiv. «Wir begrüssen die Ankündigung – sie ist im Einklang mit den Zusicherungen, die uns Präsident Putin im letzten Jahr gab, und sind Teil der Pläne der russischen Behörden, die freie Meinungsäusserung während der Spiele zu gewährleisten», schrieb Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees.

Beispiellose Sicherheitszone

Kritiker beklagen aber weiterhin, dass die Regierung die Winterspiele und die anschliessenden Paralympics mit einer beispiellosen Sicherheitszone vom 7. Januar bis 21. März 2014 abschirmen.

Unter anderem hatten Homosexuellenverbände gefordert, in Sotschi gegen Diskriminierung protestieren zu dürfen. In Russland ist ein international umstrittenes Verbot von Homosexuellen-Propaganda in Kraft. Dieses stellt positive Äusserungen über gleichgeschlechtliche Lebensweisen vor Minderjährigen unter Strafe.

Putin hatte am Vortag bei einem Besuch in Sotschi eine «totale Kontrolle» der Olympia-Vorbereitungen angekündigt. Zuletzt hatten Anschläge in Wolgograd Zweifel an der Sicherheit der Spiele geschürt.

SDA/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch