Zum Hauptinhalt springen

Präsidentenwahl bringt noch keine Entscheidung in Bulgarien

In Bulgarien muss eine Stichwahl entscheiden, wer künftig Präsident des Landes wird. In der ersten Runde verfehlte der Kandidat der bürgerlichen Regierung, Rossen Plewneliew, die erforderliche absolute Mehrheit.

Rund 40 Prozent der Bulgarinnen und Bulgaren, die zu den Urnen gingen, stimmten für ihn: Rossen Plewneliew vor seiner Medienkonferenz in Sofia. (23. Oktober 2011)
Rund 40 Prozent der Bulgarinnen und Bulgaren, die zu den Urnen gingen, stimmten für ihn: Rossen Plewneliew vor seiner Medienkonferenz in Sofia. (23. Oktober 2011)
Reuters

Der Kandidat der bürgerlichen Regierung, Rossen Plewneliew, erhielt zwar am Sonntag bei der Präsidentschaftswahl die meisten Stimmen, aber der 47 Jahre alte Regionalminister verfehlte die absolute Mehrheit.

Plewneliew errang rund 40 Prozent der Stimmen, wie mehrere Meinungsforschungsinstitute auf der Basis von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe berichteten. Zweitplatzierter war nach Angaben der Meinungsforscher Ex-Aussenminister Iwajlo Kalfin mit knapp 30 Prozent. Damit gehen Plewneliew und Kalfin voraussichtlich am 30. Oktober in eine Stichwahl.

Geringe Wahlbeteiligung

Offizielle Ergebnisse lagen wegen des verlängerten Wahltags noch nicht vor. An vielen Orten hatte sich die Abstimmung um bis zu zwei Stunden verzögert. Die Wahlen in dem Balkanland sind kompliziert, weil an einem Tag sowohl für einen neuen Präsidenten als auch für neue Bürgermeister und Gemeinderäte abgestimmt wird. Die Wahlbeteiligung war mit nicht einmal 50 Prozent äusserst niedrig.

Erstmals seit dem EU-Beitritt Bulgariens vor vier Jahren konnten 6,9 Millionen Wahlberechtigte in einem der über 11'000 Wahllokale ihre Stimme für ein neues Staatsoberhaupt abgeben. Um die Nachfolge von Staatschef Georgi Parwanow, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte, bewarben sich 18 Kandidaten.

Die Wahlen galten als Test für die seit 2009 amtierende Regierung von Ministerpräsident Bojko Borissow. Wegen der harten Sparmassnahmen in Krisenzeiten war ihre Popularität erheblich geschrumpft.

Hinweise auf Stimmenkauf

Das staatliche Radio in Sofia berichtete, es gebe Hinweise auf gekaufte Stimmen und bezahlte Wahlhelfer, die die Stimmabgabe beeinflusst haben sollen. Experten berichteten, der Kauf von Wählerstimmen sei bei Kommunalwahlen verbreiteter als bei der Wahl des Staatschefs. Denn in den Regionen gebe es attraktive, mit EU-Geldern finanzierte Projekte, von denen profitiert werden könne.

Eine Stimme soll nach Medienberichten im Schnitt 50 Lewa (rund 31 Franken) kosten. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten vor Unregelmässigkeiten gewarnt.

Sollten Wahlmanipulationen festgestellt werden, könnte dies die Chancen Bulgariens schmälern, Schengen-Mitglied zu werden. Bislang hat die EU den Bulgaren den Zutritt mit Verweis auf die hohe Korruption im Land verwehrt.

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch