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Polizist wegen tödlichen Schüssen auf Gezi-Demonstranten verhaftet

Der Polizist, der vor einem Jahr in der Türkei einen 26-jährigen Demonstranten erschoss, ist in Haft. Für das Gericht ist klar, dass er nicht zur Selbstverteidigung geschossen hatte.

Die Polizei schlägt Proteste mit grosser Härte nieder: Polizisten halten einen Demonstranten bei erneuten Kundgebungen ein Jahr nach den Gezi-Protesten am Boden fest. (1. Juni 2014)
Die Polizei schlägt Proteste mit grosser Härte nieder: Polizisten halten einen Demonstranten bei erneuten Kundgebungen ein Jahr nach den Gezi-Protesten am Boden fest. (1. Juni 2014)
Sedat Suna, Keystone

Gut ein Jahr nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen Demonstranten in Ankara während der Gezi-Proteste in der Türkei ist der Todesschütze verhaftet worden. Das Gericht in Ankara wies das Argument der Verteidigung zurück, dass der Polizist zur Selbstverteidigung auf den Demonstranten geschossen habe.

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, der Polizist bleibe bis zum Ende des Verfahrens in Haft. Die Nachrichtenagentur Dogan berichtete, die Staatsanwaltschaft werfe ihm Mord vor und fordere mindestens 20 Jahre Haft.

Vorfall auf Video festgehalten

Dem 26-jährigen Demonstranten war am 1. Juni bei einer gewalttätigen Demonstration in den Kopf geschossen worden. Der Vorfall wurde auf Video festgehalten. Für wütende Proteste hatte gesorgt, dass der Polizist nach einer vorübergehenden Festnahme wieder freigelassen worden war. Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International hatten nach den Gezi-Protesten kritisiert, die Polizei werde für gewalttätige Übergriffe gegen Demonstranten nicht bestraft.

Die Massendemonstrationen gegen die islamisch-konservative Regierung im vergangenen Sommer haben mindestens sieben Menschen das Leben gekostet. Sie flauten im Spätsommer zwar ab. Immer noch kommt es aber gelegentlich zu Protesten, die die Polizei gewaltsam niederschlägt.

SDA/thu

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