Wo jeden Tag Europas Migrationspolitik scheitert

Zurückweisung von Flüchtlingen? Bei Ventimiglia machen das die Franzosen schon seit Jahren – auch mit Kindern.

Gestrandet in Ventimiglia: Eine Gruppe von Flüchtlingen aus Afrika in der italienischen Grenzstadt. Foto: Valéry Hache (AFP)

Gestrandet in Ventimiglia: Eine Gruppe von Flüchtlingen aus Afrika in der italienischen Grenzstadt. Foto: Valéry Hache (AFP)

Oliver Meiler@tagesanzeiger

Am Bahnhof von Ventimiglia, sieben Uhr in der Früh. Auf dem Parkplatz sägen sie eine Palme klein, jedes abgesägte Stück kracht mit dumpfem Knall auf den Boden. Durch die Bahnhofshalle zieht kühle Morgenluft, die letzte Wonne vor einem heissen Tag. Acht Männer mit kleinen Rucksäcken stehen vor der Leuchttafel mit den Abfahrtszeiten. Sie studieren sie still, keiner spricht. Es ist mal wieder kein guter Tag. Die Bauarbeiten am Bahnhof verhindern die Reise. Alle Fahrten ins französische Menton, wo sie hinwollen, sind ausgesetzt. In der Gegenrichtung aber fahren die Züge. «Wie ist denn das möglich?», sagt Abdul (27) aus dem Sudan, mit Baseballmütze und grossen Kopfhörern um den Nacken. Ein neuer Trick der Franzosen?

Tages-Anzeiger

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