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Papst wählt Kardinäle aus Tonga und Cap Verde

Das katholische Kirchenoberhaupt hat 15 Kardinäle aus «jedem Kontinent» ernannt.

Die 15 neuen Kardinäle sind unter 80 Jahre alt und damit zur Teilnahme an der Papstwahl berechtigt: Papst Franziskus während der Messe im Vatikan. (4. Januar 2015)
Die 15 neuen Kardinäle sind unter 80 Jahre alt und damit zur Teilnahme an der Papstwahl berechtigt: Papst Franziskus während der Messe im Vatikan. (4. Januar 2015)
Alessandro Bianchi, Reuters

Lange dominierten europäische Kardinäle die katholische Kirche. Doch Papst Franziskus setzt bei der Erneuerung der Geistlichkeit auf Vielfalt. Papst Franziskus hat 15 neue Kardinäle aus 14 Ländern ernannt, darunter Geistliche aus entlegenen Weltgegenden wie Tonga, Neuseeland, Cap Verde und Burma. Dies solle die Vielfalt der Kirche widerspiegeln, sagte Franziskus. Darüber hinaus kündigte er überraschend für Mitte Februar ein Treffen aller Kardinäle an, bei dem es um die Reform der Kurie gehen soll.

Das katholische Kirchenoberhaupt hatte die Geistlichkeit im Vatikan kurz vor Weihnachten scharf kritisiert und eine Liste von «15 Leiden der Kurie» benannt, darunter «spirituelles Alzheimer». Seit seiner Wahl im März 2013 versucht er, die Kirche von innen zu reformieren und Korruption und Machtmissbrauch auszumerzen.

Die neuen Kardinäle kämen von «jedem Kontinent», sagte Franziskus vor Gläubigen auf dem Petersplatz. Dies zeige die «unverbrüchliche Bindung der Kirche in Rom zu den anderen Kirchen der Welt». Unter den neuen Würdenträgern sind auch Geistliche aus Äthiopien, Thailand und Vietnam. Ein neuer Kardinal kommt aus Sizilien, wo sich die Kirche gegen den Einfluss der Mafia auflehnt.

Recht auf Papstwahl

Die 15 neuen Kardinäle sind unter 80 Jahre alt und haben somit das Recht, an einer Papstwahl teilzunehmen. Darüber hinaus verlieh Franziskus fünf Geistlichen über dieser Altersgrenze die Würde, unter anderem Kollegen aus seinem Heimatland Argentinien, aus Mosambik und Kolumbien. Sie würden für besondere Leistungen in der Verwaltung des Vatikan und im diplomatischen Dienst ausgezeichnet, wo sie ihre Liebe zu Christus und Gottes Menschheit gezeigt hätten, sagte der Papst.

Die neuen Kardinäle sollen am 14. Februar in ihr Amt eingeführt werden. Bereits am 12. und 13. Februar soll unter Franziskus' Leitung das Kardinalstreffen stattfinden. Dort solle über «die Ausrichtung und Vorschläge für die Reform der römischen Kurie reflektiert werden», sagte der Papst.

Die Namen der 15 neuen Kardinäle, die unter 80 Jahre alt sind:

  • 1. Dominique Mamberti, Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur, der höchsten juristischen Instanz im Vatikan
  • 2. Manuel José Macário do Nascimento Clemente, Patriarch von Lissabon in Portugal
  • 3. Berhaneyesus Demerew Souraphiel, Erzbischof von Addis Abeba in Äthiopien
  • 4. John Atcherley Dew, Erzbischof von Wellington in Neuseeland
  • 5. Edoardo Menichelli, Erzbischof von Ancona-Osimo in Italien
  • 6. Pierre Nguyen Van Nhon, Erzbischof von Hanoi in Vietnam
  • 7. Alberto Suarez Inda, Erzbischof von Morelia in Mexiko
  • 8. Charles Maung Bo, Erzbischof von Rangun in Burma
  • 9. Francis Xavier Kriengsak Kovithavanij, Erzbischof von Bangkok in Thailand
  • 10. Francesco Montenegro, Erzbischof von Agrigent in Sizilien
  • 11. Daniel Fernando Sturla Berhouet, Erzbischof von Montevideo in Uruguay
  • 12. Ricardo Blazquez Perez, Erzbischof von Valladolid in Spanien
  • 13. José Luis Lacunza Maestrojuán, Bischof von David in Panama
  • 14. Arlindo Gomes Furtado, Bischof von Santiago de Cabo Verde auf den Kapverdischen Inseln
  • 15. Soane Patita Paini Mafi, Bischof von Tonga im gleichnamigen Inselstaat

AP/sda/thu

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