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Outsourcing und Zäune genügen nicht

Redaktor Andreas Saurer über Flüchtlinge, Merkel und Europa.

Ende August 2015 hatte Angela Merkel – kurz bevor sie in Bern ihren Doktorhut abholte – angesichts der Flüchtlingstragödie den «humanitären Imperativ» ausgegeben: «Wir schaffen das.» Ein halbes Jahr und eine Million Flüchtlinge später sieht Europa anders aus. «Alternativlos» ist ein Lieblingswort der deutschen Bundeskanzlerin, doch alternativlos ist im von Grexit, Brexit und allerlei neuen Nationalismen gebeutelten Europa inzwischen nur noch der Zaun.

«Österreich ist kein Wartezimmer für Deutschland»: Anfang März ging in Wien auch Bundeskanzler Werner Faymann auf Distanz zu Merkel. Einen Monat davor – und damit einen Monat nach Köln – war Merkels Popularitätskurve in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 2011 gefallen. Unter dem Druck des Faktischen hat sogar die mächtigste Frau der Welt in der Flüchtlingsfrage einen Salto rückwärts vollzogen. Aussperren statt durchwinken ist die neue kontinentale Devise.

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