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Opposition schlägt zurück – Maidan wieder unter Kontrolle

Nichts von Waffenruhe in Kiew: Die Gefechte in der ukrainischen Hauptstadt gehen weiter. Die Opposition erlangt derweil die Kontrolle über den Maidan-Platz zurück.

Solidarität in den USA: Demonstranten in New York. (23. Februar 2014)
Solidarität in den USA: Demonstranten in New York. (23. Februar 2014)
AFP
Gedenken an die Menschen, die während der Proteste ums Leben kamen: Eine Frau und zwei Kinder zünden eine Kerze an. (23. Februar 2014)
Gedenken an die Menschen, die während der Proteste ums Leben kamen: Eine Frau und zwei Kinder zünden eine Kerze an. (23. Februar 2014)
AFP
Auslöser der Gewalt war offenbar ein Angriff auf eine Polizeisperre am Vormittag gewesen.
Auslöser der Gewalt war offenbar ein Angriff auf eine Polizeisperre am Vormittag gewesen.
Reuters
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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben die Demonstranten heute nach erneuten Auseinandersetzungen mit der Polizei die Kontrolle über den Maidan-Platz zurückgewonnen. Die Sicherheitskräfte zogen sich zurück, wie örtliche Medien heute berichteten.

Fernsehbilder zeigten, wie die Regierungsgegner auf Gebiete vorrückten, die am Tag zuvor in der Hand der Polizei gewesen waren. Mehrere Polizisten wurden von Demonstranten gefangengenommen und weggebracht.

Trotz des erst am Mittwoch vereinbarten Gewaltverzichts feuerte die Polizei Blendgranaten, und die Demonstranten schossen Feuerwerkskörper ab. Offenbar gab es weitere Tote: Das Fernsehen zeigte Bilder, auf denen zwei Leichen in der Nähe des Maidan-Platzes zu sehen waren. Die Körper waren mit Decken bedeckt.

Klitschko: «Situation ausser Kontrolle»

Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko machte die Polizei für den Bruch des vereinbarten Gewaltstopps verantwortlich. «Wir sehen die Situation ausser Kontrolle», sagte Klitschko nach einem Treffen mit den Aussenministern aus Deutschland, Frankreich und Polen in Kiew.

Die Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Radoslaw Sikorski waren am Morgen in Kiew eingetroffen, um zwischen der Opposition und Präsident Viktor Janukowitsch zu vermitteln. Am Morgen berieten sie mit Vertretern der Opposition.

Steinmeier appellierte an beide Seiten, «eine Atempause einzulegen und die Gewalt herunterzufahren». Die Zukunft der Ukraine könne nur hier in der Ukraine selbst gefunden werden. «Und sie wird nicht nur auf den Strassen mit Gewalt, sondern nur auf dem Weg einer politischen Konfliktlösung gefunden werden müssen», so Steinmeier.

Parlament bleibt geschlossen

Die ukrainische Regierung beschuldigte ihrerseits die Demonstranten in Kiew, gezielt auf Sicherheitskräfte geschossen zu haben. «Scharfschützen» der radikalen Regierungsgegner würden im Stadtzentrum Mitglieder der Spezialeinheit Berkut sowie Truppen des Innenministeriums ins Visier nehmen, teilte das Innenministerium mit. Mindestens 23 Uniformierte seien verletzt worden.

Nach neu entflammten Strassenschlachten sagte das ukrainische Parlament seine für Donnerstag und Freitag geplanten Sitzungen kurzfristig ab. Der frühere Parlamentspräsident Wladimir Litwin sagte der Agentur Interfax zufolge, das Gebäude werde evakuiert.

AFP/chk

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