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Nationalisten und Rechtsextreme marschieren durch Moskau

Zum Tag der russischen Einheit haben in Russland Tausende gegen Einwanderer und auch gegen Präsident Putin demonstriert. Rechtsextreme setzten sich mit Hakenkreuz und Hitlergruss in Szene.

mw
Veranstalter sprechen von 20'000 Personen: Protestzug in Moskau. (4. November 2012)
Veranstalter sprechen von 20'000 Personen: Protestzug in Moskau. (4. November 2012)
Reuters
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Erstmals seit Jahren sind beim «Russischen Marsch» Tausende Ultranationalisten durch das Moskauer Stadtzentrum gezogen. Mit Sprüchen wie «Moskau ist eine russische Stadt» brachten sie ihren Unmut über Einwanderer aus dem Kaukasus und Zentralasien zum Ausdruck. Die Organisatoren sprachen am Sonntag von gut 20'000 Demonstranten, die auch gegen Kremlchef Wladimir Putin protestierten. Die Polizei meldete 6000 Demonstranten aus.

Mit Trommeln und schwarz-gelb-weissen Zarenfahnen zog die Menge am Moskwa-Fluss entlang. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt die Kundgebung nur in einem Vorort genehmigt. Etwa 2000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Nahe einer Metrostation nahm die Polizei rund 25 Rechtsextreme fest, wie die Agentur Interfax meldete.

Auch der oppositionelle Nawalny nahm teil

Bürgerrechtler und Migrantenverbände kritisierten, die Aktion verstärke die ethnischen Probleme in dem Riesenreich mit Dutzenden Völkern. Zudem warnten sie vor einer Hetzjagd auf Gastarbeiter aus dem Kaukasus oder Zentralasien.

Der prominente Oppositionsführer Alexej Nawalny hatte ebenfalls seine Teilnahme angekündigt. Kritiker werfen ihm vor, populistische Forderungen, etwa nach einem Ende der Milliardensubventionen für das Konfliktgebiet Nordkaukasus, zu unterstützen.

Auch in Dutzenden anderen Städten zwischen der Ostsee-Exklave Kaliningrad und dem Pazifikhafen Wladiwostok marschierten Hunderte Nationalisten auf. In Jekaterinburg am Ural seien 200 Teilnehmer festgesetzt worden, teilten die Organisatoren mit. Dort hatten die Behörden den Marsch nicht genehmigt.

Der Marsch fiel auf den sogenannten russischen Tag der Einheit des Volkes, einen Feiertag, der 2005 als Ersatz für das Gedenken an die bolschewistische Oktoberrevolution eingeführt wurde. Die Nationalisten werfen der Staatsführung vor, Immigranten zu viele Privilegien zu gewähren und dabei russische Bürger zu vernachlässigen.

(sda/dapd)

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