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Nach dem Abendessen war Ghadhafi das Thema

Fünf der G-8-Länder sind am Rande des Gipfels in Deauville zu einer Sitzung zum Thema Libyen zusammengekommen. Der französische Staatspräsident richtete deutliche Worte an den libyschen Machthaber.

«Je schneller, desto besser»: Nicolas Sarkozy verschärft den Ton gegenüber Ghadhafi.
«Je schneller, desto besser»: Nicolas Sarkozy verschärft den Ton gegenüber Ghadhafi.
Keystone

Das Treffen hat gestern Abend nach dem allgemeinen Abendessen stattgefunden, berichtete der französische Fernsehsender France 2 heute Morgen. Teilnehmer seien neben Frankreich Grossbritannien, Italien, die USA und Kanada gewesen. Demnach waren Deutschland, Russland und Japan nicht dabei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf gestern Abend den tunesischen Ministerpräsidenten Beji Caid Essebsi, um über Hilfen für das Land zu beraten.

«Exil oder nicht, das spielt keine Rolle»

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi erneut zum Rücktritt aufgefordert. Ob der danach ins Exil gehe oder nicht, sei egal. Seine Wahlmöglichkeiten seien umso grösser, je schneller er abtrete.

US-Präsident Barack Obama und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy beharren auf einem Rückzug des libyschen Diktators Muammar al-Ghadhafi von der Macht. «Ghadhafi muss gehen», meinte Gastgeber Sarkozy heute am Rande des G8-Gipfel im Seebad Deauville.

«Die Libyer haben ein Recht auf Demokratie.» Solange Ghadhafi die Macht habe und auf Zivilisten schiessen lasse, könne die Nato-Militäraktion in Libyen nicht beendet werden, pflichtete ihm Obama bei.

Selbst Moskau schwenkte auf diese Linie ein: Falls ein Rücktritt Ghadhafis zur Beilegung des Konflikts beitrage, werde Russland dabei helfen, erklärte Vize-Aussenminister Sergej Rjabkow nach Angaben der Agentur Interfax beim Gipfel.

«Ghadhafi muss gehen»

Libyen und die seit mehr als zwei Monaten laufende NATO-Kampagne waren eines der wichtigeren Themen beim Treffen der grossen westlichen Industriestaaten und Russlands im französischen Deauville. «Wir sind entschlossen, die Arbeit zu Ende zu bringen», sagte US-Präsident Obama nach einem Gespräch mit Sarkozy.

Auch die - von Russland mitgetragene - Abschlusserklärung des G-8- Treffens hält unmissverständlich fest: «Ghadhafi (....) hat keine Zukunft in einem freien, demokratischen Libyen. Er muss gehen.»

Russland schloss sich damit erstmals dem internationalen Druck auf Ghadhafi an. Das ergab sich auch aus den Äusserungen von Vize- Aussenminister Rjabkow. Trage der Abgang Gaddafis zur Lösung des Konflikts bei, wolle Moskau dabei helfen, zitierte ihn die Agentur Interfax.

Tripolis erneut bombardiert

Die Nato bombardierte in der Nacht zum Freitag erneut die libysche Hauptstadt Tripolis. Wie der arabische Nachrichtensender Al- Dschasira berichtete, seien fünf starke Explosionen registriert worden. Es sei auch ein Areal getroffen worden, das von Ghadhafi genutzt werde.

Grossbritannien entschied indes, Helikopter bei der Bekämpfung der Truppen Ghadhafis einzusetzen, hiess es gestern Abend in Regierungskreisen in London. Auch Frankreich plant, wie schon früher angekündigt, die Entsendung von Kampfhelikoptern. Damit soll die Treffgenauigkeit der Angriffe gegen die Gaddafi-Truppen erhöht werden.

Nato will übernehmen

Das Kommando über diesen Einsatz will die Nato übernehmen. Das Militärbündnis werde eine «effektive, aggressive, aber sichere» Operation vorbereiten, hiess es am Freitag in Brüssel. Die Helikopter könnten helfen, Militärfahrzeuge unter Beschuss zu nehmen, die aus grösseren Höhen nur schwer zu identifizieren seien.

Während Ghadhafi weiter an seiner Macht festhält, spitzt sich die Lage im Land zu. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) zog sein Personal aus der Stadt Zentane ab. Der unablässige Raketenbeschuss machte diesen Schritt nötig, wie MSF mitteilte.

(dapd)

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