«Links fielen Schüsse, also rannten wir nach rechts»

Mindestens ein Angreifer hat in einem Club in Istanbul ein Massaker angerichtet. Augenzeugen berichten.

«Es endete im Chaos»: Ein italienischer Tourist wurde Augenzeuge des Anschlags. Video: Tamedia/AFP

700 bis 800 Personen haben im Club Reina in Istanbul gefeiert, als ein Angreifer plötzlich das Feuer eröffnete. Panik brach aus. «Wir waren gekommen, um einen schönen Abend zu verbringen, doch plötzlich war alles Chaos – eine Nacht des Horrors», sagt Maximilien, ein italienischer Tourist.

Einige seien in den Bosporus gesprungen, um dem Angriff zu entkommen, berichten Augenzeugen. Sie seien von Polizisten gerettet worden.

«Mein Mann wurde dreimal getroffen»

«Zwei Personen schossen mit Waffen», sagt die Augenzeugin. «Plötzlich fingen die Leute an zu laufen. Mein Mann sagte mir, ich solle ja keine Angst haben. Er ist auf mich gesprungen. Die Menschen sind über mich hinweg gelaufen. Mein Mann wurde an drei Stellen angeschossen.» Spezialkräfte seien dann in den Club eingedrungen, in dem inzwischen alles voller Scherben gewesen sei. «Es war furchtbar.»

«Gerade als wir uns am Eingang niedergelassen hatten, gab es plötzlich Schüsse. Alles war voller Staub und Rauch», berichtet der Profifussballer Sefa Boydas vom Istanbuler Club Beylerbeyi. Mehrere Frauen seien in Ohnmacht gefallen, auch eine seiner Begleiterinnen. «Ich habe sie auf den Rücken genommen und bin sofort gerannt. In solchen Momenten wartet man nicht. Links waren Schüsse zu hören, also rannten wir nach rechts.»

Mindestens 39 Tote

Eine weitere Augenzeugin, Sinem Uyanik, sagte, ihr Partner sei verletzt worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr. «Bevor ich verstand, was los ist, fiel mein Mann auf mich», sagte sie der Nachrichtenagentur AP. «Ich musste mehrere auf mir liegende Körper entfernen, um herauszukommen.»

Beim Massaker sind mindestens 39 Personen ums Leben gekommen – darunter 16 Ausländer. 69 weitere wurden verletzt. Die Behörden fahnden nach einem «Terroristen». Sie haben Berichte über einen zweiten Angreifer nicht bestätigt.

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woz

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