Mehrere Flüchtlingsschiffe in Seenot – ein Boot gesunken

Im Mittelmeer sind laut einem Notruf mehrere Flüchtlingsschiffe mit Hunderten Menschen in Seenot geraten. Ein weiteres Boot lief vor der griechischen Küste auf Grund.

Ein Schiff mit Flüchtlingen ist vor der griechischen Insel Rhodos auf Grund gelaufen: Einwohner helfen Migranten aus dem Wasser. (20. April 2015)

Ein Schiff mit Flüchtlingen ist vor der griechischen Insel Rhodos auf Grund gelaufen: Einwohner helfen Migranten aus dem Wasser. (20. April 2015)

(Bild: Keystone Loukas Mastis)

Italienische und maltesische Schiffe haben die Notrufe zweier Boote mit etwa 400 Menschen an Bord empfangen. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi sagte am Montag auf einer Pressekonferenz mit seinem maltesischen Kollegen Joseph Muscat, die SOS-Rufe seien nahe der Küste Libyens gesendet worden. Es handle sich um eine Rettungsinsel mit 100 bis 150 Flüchtlingen und ein Boot mit weiteren rund 300 Personen an Bord.

Zuvor hatte die Internationale Organisation für Migration mitgeteilt, ein Anrufer habe gesagt, sein Boot mit rund 300 Menschen Bord sei dabei zu sinken. 20 Menschen seien bereits tot. Informationen zu den anderen Booten habe der Anrufer nicht übermittelt, erklärte die IOM.

Zweites Unglück bei Rhodos

Ein weiteres Flüchtlingsschiff ist vor der griechischen Insel Rhodos auf Grund gelaufen. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet worden, unter ihnen ein Kind, erklärte die griechische Küstenwache am Montag. Weitere 93 Personen wurden demnach aus dem Wasser gerettet, 30 von ihnen kamen ins Spital. Taucher entdeckten im Wrack keine weiteren Menschen, wie es hiess.

Ein Flüchtlingsboot ist vor Rhodos auf Grund gelaufen: Bewohner holen die Menschen aus dem Wasser (20. April 2015).

Videoaufnahmen und Fotos zeigten ein Zweimastboot, auf dem sich die Menschen drängten. Es lag nur wenige Meter von der Küste entfernt. Viele sprangen ins Wasser und versuchten, an Land zu schwimmen. Auf anderen Aufnahmen klammerte sich etwa ein Dutzend Flüchtlinge an ein Wrackteil. Beamte der Küstenwache und Passanten sprangen ins Wasser, um die Menschen aus den Fluten zu ziehen.

EU-Krisentreffen

Das Boot kam den Angaben zufolge von der türkischen Küste. Woher die Flüchtlinge stammen, war zunächst unklar. Zehntausende Flüchtlinge versuchen jährlich, über Griechenland in die EU einzureisen.

Erst am Sonntag waren nach einem Schiffsunglück im Mittelmeer vermutlich etwa 900 aus Afrika kommende Flüchtlinge ertrunken. Es war die bisher vermutlich schlimmste Katastrophe im Mittelmeer. Im letzten Jahr sind insgesamt etwa 3500 Menschen bei der Überfahrt gestorben. In Luxemburg kamen heute Vormittag die EU-Aussenminister zusammen, am Nachmittag soll ein gemeinsames Krisentreffen mit den Innenministern folgen.

AFP

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