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Lieber die Bibel als Obama

Polens Ex-Präsident Lech Walesa will sich nicht mit Barack Obama treffen – er reist an ein Bibel-Festival. Die jüdische Gemeinde in Polen hat den US-Präsidenten aber bereits empfangen.

Ein Kranz für die Juden: Obama gedenkt den Opfern des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 gedacht.
Ein Kranz für die Juden: Obama gedenkt den Opfern des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 gedacht.
Keystone
Freut sich über den Besuch aus den USA: Polens Präsident  Bronislaw Komorowski.
Freut sich über den Besuch aus den USA: Polens Präsident Bronislaw Komorowski.
Keystone
Festliche Stimmung: Obama im Speisesaal.
Festliche Stimmung: Obama im Speisesaal.
Keystone
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US-Präsident Barack Obama hat zu Beginn seines Besuchs in Polen der Opfer des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 gedacht. Er legte einen Kranz am Fuss des zu Ehren der jüdischen Kämpfer errichteten Mahnmals aus schwarzem Granit nieder.

Danach sprach er mit polnischen Politikern und Vertretern der jüdischen Gemeinde, darunter mehreren Überlebenden des Holocaust. Obama, der am Abend vom G-8-Gipfel im französischen Deauville eingetroffen war, liess sich auch die Baustelle des jüdischen Museums zeigen, das derzeit gegenüber dem Denkmal errichtet wird.

Obama wollte anschliessend zu einem Arbeitsessen mit mehr als einem Dutzend Präsidenten osteuropäischer Staaten zusammenkommen. Für morgen Samstag, dem letzten Tag von Obamas Europareise, waren Gespräche mit der polnischen Führung geplant. Der frühere polnische Staatspräsident und Gründer der Gewerkschaft Solidarnosc, Lech Walesa, hat eine Einladung zu einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama abgelehnt. Sein Sprecher sagte, Walesa könne nicht am für Samstag geplanten Treffen Obamas mit dem polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski teilnehmen, weil er ein Bibel-Festival in Italien besuche.

Grösste jüdische Gemeinde Europas

Vor dem Krieg lebte in Polen die grösste jüdische Gemeinde Europas. Nach dem deutschen Einmarsch im September 1939 wurden die 3,2 Millionen Juden des Landes in Gettos interniert. Nachdem der grösste Teil der Bewohner des Warschauer Ghettos durch Hunger und Seuchen umgekommen oder in Vernichtungslager deportiert worden war, begannen die Deutschen im April 1943 mit der Räumung des Viertels.

Daraufhin erhoben sich tausende schlecht bewaffnete Kämpfer. Erst nach drei Wochen eines erbittert ausgetragenen Häuserkampfs gelang es den deutschen Truppen, den Aufstand niederzuschlagen.

Eine US-Regierungsvertreterin kündigte unterdessen am Freitag die Stationierung von US-Kampfflugzeugen und Transporthelikoptern in Polen an. Elizabeth Sherwood-Randall vom Nationalen Sicherheitsrat sagte vor Reportern in Warschau, die Stationierung der Einheit werde am Samstag offiziell bekannt gegeben.

Sie soll demnach Polen bei der Ausbildung seiner Piloten an den F- 16-Kampfflugzeugen und den Flugzeugen vom Typ Hercules C130 helfen, die Warschau von den USA gekauft hat.

(SDA)

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