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Le Pen spricht sich für Parallelwährung aus

Marine Le Pen hat im ehemaligen Kandidaten Nicolas Dupont-Aignan einen neuen Wahlkampfverbündeten gefunden – und ihre Anti-Euro-Haltung aufgeweicht.

Will die französische Nationalistin den Euro doch behalten? Nicolas Dupont-Aignan und Marine Le Pen reichen sich in Paris die Hände. (29. April 2017)
Will die französische Nationalistin den Euro doch behalten? Nicolas Dupont-Aignan und Marine Le Pen reichen sich in Paris die Hände. (29. April 2017)
Geoffroy van der Hasselt, AFP
Le Pen will sich die Wähler von Dupont-Aignan für die zweite Wahlrunde sichern. (29. April 2017)
Le Pen will sich die Wähler von Dupont-Aignan für die zweite Wahlrunde sichern. (29. April 2017)
Geoffroy van der Hasselt, AFP
«Eine grossartige patriotische und republikanische Allianz»: Nicolas Dupont-Aignan und Marine Le Pen. (29. April 2017)
«Eine grossartige patriotische und republikanische Allianz»: Nicolas Dupont-Aignan und Marine Le Pen. (29. April 2017)
Geoffroy van der Hasselt, AFP
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Marine Le Pen kündigte am Samstag in Paris an, sollte sie bei der Wahl am 7. Mai die Präsidentschaft gewinnen, würde sie Dupont-Aignan zum Premierminister ernennen. Des Weiteren würde sie bei den Parlamentswahlen im Juni in mehreren Wahlkreisen die Front-National-Kandidaten zugunsten seiner Bewegung «Debout la France» (zu Deutsch: «Erhebe dich Frankreich») zurückziehen, wie französische Medien vermeldeten.

Als Teil dieser Koalitionsverhandlungen hat die rechte französische Präsidentschaftskandidatin indes ihre Forderung nach einem Euro-Ausstieg Frankreichs erheblich abgeschwächt: Neu schwebt ihr nicht mehr ein kompletter Austritt aus der Eurozone und die Wiedereinführung des Franc vor, sondern ein Modell von zwei Parallelwährungen. Ein Euro-Ausstieg sei keine «Vorbedingung» der Wirtschaftspolitik mehr.

«Eine grossartige patriotische und republikanische Allianz»

Le Pen verfolgt mit ihrer Ankündigung zu Dupont-Aignan das Ziel, sich die knapp 1,7 Millionen Stimmen zu sichern, die der EU-feindliche Konservative bekommen hatte, als er bei der ersten Wahlrunde am 23. April aus dem Präsidentschaftsrennen eliminiert wurde. Weil von vielen Dupont-Aignan-Wählern bereits erwartet worden war, dass sie für das Zweitrundenduell gegen Macron zu Le Pen wechseln, dürfte die Entscheidung ihres Kandidaten, sich mit ihr zu verbünden, keine massive Stärkung für Le Pens Kampagne bedeuten.

Symbolisch betrachtet lief die neue Allianz aber Hoffnungen von Politikern auf der Linken und Rechten zuwider, dass sich Frankreich in der zweiten Runde gegen Le Pens Extremismus vereinen werde, so wie das Land dies 2002 getan hatte, als Le Pens Vater Jean-Marie in der Stichwahl deutlich gegen Jacques Chirac verloren hatte.

Marine Le Pen feierte bei einer Pressekonferenz mit Dupont-Aignan dessen Unterstützung als die Schaffung «einer grossartigen patriotischen und republikanischen Allianz». Sie würden «Hand in Hand» für ihr gemeinsames Programm Wahlkampf machen, sagte sie.

«Ein Paar, das mir nicht gefällt»

Le Pens rechtsextreme Partei Front National freute sich über die Entscheidung Dupont-Aignans, ihre Kampagne zu unterstützen. Die neue Allianz sei eine «exzellente Nachricht» und «ein Wendepunkt in dieser Kampagne», sagte ein Vizepräsident der Front National, Florian Philippot, am Samstag dem Fernsehsender BFM.

Die Allianz führte zu Spaltungen innerhalb Dupont-Aignans Partei Debout la France. Deren Vizepräsident Dominique Jamet verliess die Partei. Jamet sagte BFM, die Partei verliere ihre «Reinheit». Die Allianz zwischen Le Pen und Dupont-Aignan sei «ein Paar, das mir nicht gefällt».

(AFP)

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